
Von Stephan Hübner
St. Georgen. Der Europa-Abgeordnete Andreas Schwab und der Landtagsabgeordnete Karl Rombach statteten zwei Firmen im Technologiezentrum (TZ) einen Besuch ab. Zuvor gab es ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Rieger sowie Dieter Knorpp, dem Geschäftsführer des TZ.
Das Technologiezentrum habe sich für die Stadt gut gerechnet, so Knorpp. Zur Gründung zahlte die Gemeinde einmal 35 000 Mark. Heute bringe die Einrichtung jährlich etwa 200 000 Euro an Steuern ein. Es sei das älteste in Baden-Württemberg, 1983 sei mit der GAS die erste Firma eingezogen. Im Idealfall bleiben von einem TZ gestützte Unternehmen in der Region. Derzeit seien Existenzgründungen rar. Momentan beherbergt das TZ 22 Unternehmen, von denen aber nicht alle im Gebäude untergebracht sind. Knorpp bemängelte, Technologiezentren kämen in Baden-Württemberg meistens nicht in den Genuss von Fördergeldern. Mit ein Grund sei der Länderfinanzausgleich. Baden-Württemberg werde abgestraft, weil es so gut sei, meinte Rombach.
Führer auf relativ überschaubaren Markt
Das erste besuchte Unternehmen im TZ war die Rombach Automation. Diese stellt Mess- und Prüftechnik für Wasser- und Wärmezähler her. Auf dem "relativ überschaubaren Markt" sei man Marktführer, so Alexander Rombach. In Deutschland gibt es rund 100 Kunden, darunter Großbetriebe, Mittelständler und Stadtwerke. Auch in den USA und Tunesien ist das Unternehmen aktiv. Insgesamt neun Kräfte arbeiten bei Rombach Automation.
Es wurden zudem die vom TZ angestrebten Synergie-Effekte deutlich. In Sachen Software wird mit Partnern im Haus zusammengearbeitet. Und das Unternehmen "3D Labs" stellte spezielle Prototypen her. Im Moment sei man dabei, eine Technologie zu entwickeln, um auch Werkzeuge fertigen zu können, so Geschäftsführer Alexander Rombach. Das Umfeld sei ideal.
Auch "3D Labs" besuchten die Politiker. Dort beschrieb Gerhard Duda, einer der Geschäftsführer, wie mittels Laser Prototypen in einem Kunstharzbad hergestellt werden. Neu ist der Einsatz einer LED-basierten Lichtquelle, wie der andere Geschäftsführer Maurice Scheer erläuterte. Diese Technik sei nicht nur zehn- bis 15 Mal schneller, sondern bedeute auch überschaubare Wartungskosten.
Eine Weltneuheit ist der Einsatz eines bio-kompatiblen Materials, das in der Medizintechnik verwendet werden kann. Noch Zukunftsmusik ist die Fertigung von Stücken, die in verschiedenen Formen im menschlichen Körper eingesetzt werden können.