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St. Georgen Studie über den "Konfi" belegt hohes Niveau

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Pastor Tobias Beißwenger stellt fest: "Die Konfirmandenarbeit ist viel besser als ihr Ruf." Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

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St. Georgen. In den kommenden Wochen finden in St. Georgen und Umgebung wieder Konfirmationen statt. Was viele Konfirmanden nicht wissen: Ihr Unterricht wurde fünf Jahre lang intensiv erforscht. Ein Zentrum dieser Forschung war dabei St. Georgen. In wenigen Tagen erscheint dazu ein 430 Seiten dickes Buch.

"Die Konfirmandenarbeit ist viel besser als ihr Ruf." Davon ist Pastor Tobias Beißwenger am Ende der Studie überzeugt. Seit 2012 wurden über 28 000 Jugendliche und 4000 Unterrichtende aus neun europäischen Ländern befragt. Dabei zeigte sich, dass 76 Prozent der Jugendlichen mit dem "Konfi" zufrieden sind. Für Beißwenger ein überraschender und erfreulicher Wert. "Den Konfi sucht man sich ja nicht aus, wie etwa seinen Sportverein.“ Die Studie zeige, dass sich die Konfirmandenarbeit in den letzten Jahren massiv verändert habe. Wesentliche Faktoren für die Zufriedenheit seien heute Freizeiten und das gute Verhältnis zu den Unterrichtenden.

Insgesamt wurden die Heranwachsenden unter Federführung der Uni Tübingen dreimal befragt: Am Anfang der Unterrichtszeit, kurz vor der Konfirmation und dann nochmals zwei Jahre danach. Alle Jugendlichen bekamen dabei identische Fragebögen. "Machen sie mal einen Fragebogen, der für Deutschland, Polen und Schweden passt", so Beißwenger. "Aber das faszinierende war, dass es geklappt hat."

Beißwenger ist seit sechs Jahren Deutschlandbeauftragter für Kirchlichen Unterricht (KU), wie die Konfirmandenarbeit in der Evangelisch-methodistischen Kirche heißt. In dieser Funktion leitete er zusammen mit Professor Achim Härtner aus Reutlingen den methodistischen Teil der Studie mit rund 1000 Jugendlichen und 150 Unterrichtenden. Alle Fragebögen dieser Teilstudie wurden von St. Georgen aus verschickt und später in großen Teilen von Anja Schrenk-Ziegler im Büro der Taborkirche eingegeben.

Das alles war für das kleine Team ein riesiger Aufwand. "Wenn ich am Anfang gewusst hätte, was die Studie bedeutet, weiß ich nicht, ob ich sie gewagt hätte." Doch zum Glück hatte Beißwenger viel Unterstützung aus der Gemeinde. Und am Ende ist er überzeugt: "Der Aufwand hat sich gelohnt, denn wir haben viel gelernt." So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass KU und Konfi ein gewisses Relevanzproblem hätten: "Der Unterricht macht den Jugendlichen zwar Spaß, aber sie erkennen nicht unbedingt, dass die Inhalte auch etwas mit ihrem Leben zu tun haben."

So waren am Ende nur 42 Prozent der europäischen Jugendlichen der Meinung, dass ihre Fragen über den Glauben im Unterricht vorgekommen seien. Deshalb sei es notwendig, die Heranwachsenden viel stärker in die Planung der Unterrichtsinhalte einzubeziehen, so Beißwenger. "Außerdem brauchen wir mehr jugendliche Mitarbeitende im KU, die eine Brücke zu den Heranwachsenden bilden."

Überraschend war für Beißwenger die herausragende Rolle des Elternhauses. "Die Einstellungen, die die Jugendlichen dort lernen, bleiben lange über die Konfi-Zeit hinaus." Deshalb sei es wichtig, schon Eltern bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Als ein weiterer neuralgischer Punkt habe die Studie den Gottesdienst identifiziert. "Das ist gerade für kirchendistanzierte Jugendliche eine Insider-Veranstaltung, mit der sie nur wenig anfangen können." Da helfe auch eine Besuchspflicht während der Konfi-Zeit nicht.

Doch was kann helfen? Beißwenger überlegt kurz und geht dann auf das Reformationsjubiläum ein. Martin Luther habe sich damals mit der Frage gequält, wie er vor Gott bestehen könne, bis er gelernt habe, dass er schon immer von Gott geliebt sei. Die Frage, "Wann bin ich gut genug?" beschäftige Jugendliche auch heute noch. Beißwenger weiter: "Auf diese existenzielle Frage haben wir eine Antwort. Wir müssen sie nur rüberbringen und Jugendlichen zeigen, dass wir an ihren Fragen und Themen interessiert sind."

Jugendliche wollen ihr eigenes Urteil fällen

Außerdem sollte Kirche den Heranwachsenden Raum für ihre Ästhetik und Ideen geben. Dann könnten mehr Jugendliche erreicht werden. Denn die Studie habe gezeigt, dass viele in Konfi und KU motiviert seien. Beißwenger fasst es so zusammen: "Jugendliche wollen von uns wissen, was wir glauben und dann zu einer eigenen Entscheidung kommen."

 
 

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Dieter Vaas

Fax: 07724 94818-15

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