St. Georgen Pflegende Angehörige stoßen teils täglich an ihre Grenzen
Schwarzwälder-Bote, 26.04.2012 20:21 Uhr
Was für die Köche Tim Rothbauer und Claus-Dieter Gruhn (Bildmitte von links) eine Selbstverständlichkeit ist, fällt Florije Sula (links) und Pflegedienstleiterin Cindy Pratscher nicht unbedingt leicht. Fotos: KommertFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Hans-Jürgen Kommert
St. Georgen. Es sollte eine Geste des Dankes sein – die Sozialstation der evangelischen Altenhilfe St. Georgen hatte mitpflegende Angehörige ins neue Lorenzhaus eingeladen.
Am Eingang wurden die Besucher mit einem Glas Sekt begrüßt. Festlich gedeckte, schön dekorierte Tische im Foyer des Neuen Lorenzhauses warteten darauf, dass die Gäste Platz nahmen. An jedem der Tische nahm zu den Besuchern jeweils einer der Mitarbeiter Platz. Klaus Gunkel, Vorsitzender der Altenhilfe, freute sich, mehr als 30 Partner und Kinder von Menschen begrüßen zu dürfen, die ihre Angehörigen pflegen.
Sozialstation kenntdie Sorgen und Nöte
"Wenn zu Hause jemand ist, der gepflegt werden muss, stellt das jeden vor Herausforderungen", unterstrich er. Die Sozialstation kenne die Sorgen derjenigen, die diese Arbeit mittragen. "Wir alle kennen Ihre Ängste, Ihre Probleme und manchmal auch die physische und psychische Überforderung", räumte er ein. Sie kennen auch die Fragen, die von dementen Angehörigen 1000-mal aufs Neue gestellt würden, wusste er. Als pflegender Angehöriger stoße man manchmal täglich an seine Grenzen. Daher gebe es die Sozialstation, die bereits 1970 als erste dieser Art in Baden gegründet wurde. "Das höchste Anliegen unserer Mitarbeiter ist es, gemeinsam mit Ihnen ein Höchstmaß an Qualität und Menschlichkeit in der Pflege zu bieten", machte er deutlich. Wichtig dabei sei das Miteinander und die Zusammenarbeit in der Pflege – zum Wohl des zu Pflegenden.
Als Dank für diesen oft schweren Einsatz der Angehörigen sei dieser Abend mit Sektempfang und Drei-Gänge-Menü gedacht. Gunkel hatte zusätzlich ein Musterzimmer einrichten lassen. Damit konnten sich Angehörige ein Bild machen, wie es ist, wenn die Pflege daheim einmal nicht mehr möglich ist. "Nun aber genießen Sie das wunderbare Menü und lassen Sie einfach für eine oder zwei Stunden die Seele baumeln", empfahl er den Gästen.
Bei Elsässer Leberparfait auf Rotem Linsensalat, gebratener Perlhuhnbrust, Gemüse und Kartoffeltimbale konnte man wohl genießen. Chefkoch Claus-Dieter Gruhn mit Tim Rothbauer und dem Team stellten ihr Können unter Beweis.


