St. Georgen Petra Wolf als Motor und Solistin

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Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Siegfried Kouba

Das hatten sich die Veranstalter des Ökumenischen Zentrums und der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen nicht erträumt: Zum weihnachtlichen Kammerkonzert strömten das Publikum in Scharen herbei.

St. Georgen. Was als Versuchsballon gedacht war, wurde zum überwältigen Erfolg. Herzlich wurden die Besucher durch Oliver Porsch begrüßt, dessen Ehefrau Sabine die Ideengeberin war. Beiden liegt am Herzen, den "Ort der Begegnung zu erhalten und auszubauen". Die Veranstaltung war auch ein Benefizkonzert, denn die Beschaffung eines 10 000 Euro teuren Flügels soll unterstützt werden.

Ein "Bravo" darf man der künstlerischen Leiterin Petra Wolff (großes Bild links) nachrufen, denn sie hatte ein ansprechendes Programm zusammen gestellt und sich selbst als Motor und Solistin eingebracht. Daneben gelang ihr, in knapp drei Tagen erfolgreiche Probenarbeit zu leisten.

Die Akteure, darunter solistische Talente, reisten aus der ganzen Bundesrepublik an. Gabriel Müller und Caroline Luy führten die Tabelle als Bratscher mit Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 6 an. Sie begeisterten im Kopfsatz mit sattem Klang, dynamischer Ausgewogenheit und treffendem Allegro.

Erster Satz makellos bei metrischer Genauigkeit

Wie ein Uhrwerk lief dieser erste Satz makellos bei metrischer Genauigkeit ab. Nicht ganz präzise waren die Folgesätze, wett gemacht durch eine sichere b.c.-Gruppe mit Violoncello, Kontrabass und Cembalo. Die junge Cellistin verdiente Lob für ihren virtuosen, bestechenden Einsatz und den betörenden Sound. "Wenn Corellis Pastorale erklingt, dann ist für mich Weihnachten", ist das Credo einer Pädagogin und Geigerin der Region. In der Tat vermittelte das Concerto "fatto per la notte di natale", das durch das beachtlich Kammerorchester dargebracht wurde, eine passende Festmusik zur Weihnachtszeit.

Die große Streichergruppe leitete Petra Wolf als Konzertmeisterin, die besonders im zweiten Satz (Allegro) starke Impulse aussandte und bestens mit der zweiten Geige korrespondierte. Treffend waren Tempi, inhaltliche Gestaltung und Ausstrahlung sowie die Attacca-Folge zum Finale. Eine gesunde Basis verschafften Celli und Kontrabass und herrlich war die Cembalo-Überleitung im 3. Satz (Allegro/Adagio). Gestochen scharf wurde das verzierungsreiche Vivace durch die virtuose Konzertmeisterin musiziert und anheimelnd wurde die wiegende Hirtenmusik des Schluss-Satzes geboten.

Einen bläserischen Genuss vermittelte das Klarinettenkonzert in B-Dur von Jan Václav Antonin Stamic (Stamitz). Solist war Benjamin Hummel. Der junge Mann hat bereits den Durchbruch zum Soloklarinettisten bei der Norddeutschen Philharmonie Herford geschafft. Seine Reife, die technische Beherrschung und die Ausdrucksfähigkeit war besonders bei den individuell, subtil gestalteten Kadenzen spürbar.

Mit Gabriel Müller am Dirigentenpult und den Tuttimusikern hatte er gute Begleiter, um das elegante, vorklassisch-schöne, dreisätzige Werk bei differenzierter Dynamik zu gestalten. Mitreißend war das rasante "Poco presto". Friedlich-feierlich mit nordischem Kolorit klang der Abend mit Jean Sibelius’ legendärem "Andante festivo" aus.

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