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St. Georgen Lorenzkircheüberstehtviele Wirren

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Vor 150 Jahren wurde der Neubau des Kirchenschiffs der Lorenzkirche eingeweiht. Der Kirchturm erhielt seine heutige Gestalt im Jahre 1900. Fotos: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

Mit einem großen Fest wird der 150. Geburtstag der evangelischen Lorenzkirche am Sonntag, 8. Oktober, gefeiert. Aus diesem Anlass wird der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh in der Bergstadt erwartet. Der Festgottesdienst beginnt um 10.30 Uhr.

St. Georgen. Die Anfänge der Lorenzkirche liegen im Dunkel der Geschichte. Ungewöhnlich wenig ist über die Ursprünge des Gotteshauses bekannt. Wann und mit welcher Funktion an dieser Stelle oberhalb des ehemaligen Spitals erstmals ein Gotteshaus errichtet wurde, wie groß es war und wie es ausgesehen hat ist nicht aktenkundig.

Vor 150 Jahren nach Brand neu aufgebaut

Die erstmalige urkundliche Erwähnung der Lorenzkirche findet sich in einem Steuerverzeichnis aus dem Jahre 1275, in welchem alle damaligen Kirchengemeinden des Bistums Konstanz aufgeführt wurden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Ursprünge viel weiter zurückreichen.

Nähere Informationen und Daten zur Baugeschichte finden sich erst Mitte des 17. Jahrhunderts. 1680 wurden drei Seiten des Turmes bis auf das Fundament abgetragen und die vierte Seite, soweit es nötig schien. Anschließend wurde der Turm neu aufgemauert. Wann das damalige Kirchenschiff genau gebaut worden war, ist nicht mehr genau nachzuvollziehen. Schon Pfarrer Martini schrieb in seiner umfangreichen, 1859 erschienen Chronik: "Wie und wann das Langhaus seine jetzige Gestalt gewonnen, ist mir nicht bekannt."

In dieser Gestalt überdauerte das Gotteshaus die Wirren der Zeitläufe bis zum 19. September 1865, jenem Schicksalstag, an dem Ort und Kirche beim großen Brand in Schutt und Asche sanken.

Es war morgens gegen 8.30 Uhr, als vor dem Haus des Andreas Haas und Heinrich Müller Kinder plötzlich ein Haufen Reiswellen in Flammen stand. Das Feuer griff rasch auf die Nachbarhäuser über und bahnte sich seinen Weg. Innerhalb kurzer Zeit stand ein Haus nach dem anderen in Flammen.

Nachdem sich während des Brandes der Wind gedreht hatte, wurden die Flammen zum alten Schulhaus und schließlich zur nur unweit davon gelegenen Lorenzkirche getrieben. Das Schulhaus brannte gänzlich nieder und auch Chorraum und Schiff der Lorenzkirche wurden nahezu vollständig zerstört. Nur der Kirchturm konnte mit größter Anstrengung gerettet werden, wurde aber ebenfalls beschädigt.

Schon bald nach dem Brand ging es an den Neubau der Kirche. Die Baupläne sahen große Dimensionen vor, 1873 Sitzplätze bei 3750 Gemeindemitgliedern. Die Baukosten wurden mit 50 000 Gulden veranschlagt. Der Kirchengemeinderat schloss mit Architekt Kessler aus Emmendingen einen Vertrag über den Neubau der Kirche. Der Grundstein zum Kirchenneubau wurde am 20. Juni 1866 gelegt. Die Bauarbeiten gingen zügig voran und vor 150 Jahren, am 27. Oktober 1867, konnte die neue Kirche eingeweiht werden

Kaum war die neue Kirche fertiggestellt, gab es Kritik am optischen Erscheinungsbild. Der alte Turm, der den Brand 1865 überdauert hatte, und das neue Kirchenschiff standen in keinem guten Größenverhältnis zueinander. Am 24. September 1889 schrieb der Kirchengemeinderat an den Oberkirchenrat: "Als im Herbst 1865 die hiesige Kirche nebst einem Theil des Orts durch einen Brand zerstört wurde, konnte der schon brennende Kirchturm gerettet werden. Was damals als ein besonderes Glück erschien, wird jetzt als Schaden angesehen. Denn der alte häßliche Thurm, welcher nicht höher ist als die daneben stehende neue Kirche, schändet den ganzen Ort; auch hängen die Glocken in ihm so tief, daß ihr Schall in einigen Gegenden der Gemeinde nur bei sehr günstiger Windrichtung vernommen."

Im Frühjahr 1900 wurde schließlich mit dem Bau des neuen Kirchturms begonnen. Dem Abbruch der baufälligen Geschosse folgte der Neubau in gefälligen neugotischen Formen. Der Bau kam rasch voran und am Konfirmationstag 1901 war Turm- und Glockenweihe.

Mit dem weithin sichtbaren, 57 Meter hohen Turm hatte die Lorenzkirche ihre äußere Gestalt bekommen, die im Wesentlichen bis heute unverändert ist. 1914 wurde die Kirche innen renoviert. 1962 folgte erneut eine Innenrenovierung, bei der die Kirche im Geschmack der damaligen Zeit grundlegend umgestaltet und modernisiert wurde.

1987 mussten die Emporen saniert werden. 1989 folgte die Außenrenovierung des Kirchenschiffs. Im Frühjahr 1990 startete die umfassende Sanierung des Kirchturms. Nach einer längeren Pause wurde dann 1998 eine umfassende Innenrenovierung in Angriff genommen, bei der das Innere des St. Georgener Gotteshauses seine heutige Gestalt erhielt.

Wechselvoll ist auch die Geschichte der Glocken. Seit 1964 rufen sechs Glocken vom Turm der Lorenzkirche und läuten nun auch die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der Kirche ein.

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