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St. Georgen Kloster einst Stätte des Schriftstudiums

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Karl Volk berichtet im Heimatmuseum Schwarzes Tor detailliert über das trienter Konzil und Johannes den V., den letzten katholischen Abt St. Georgens. Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder-Bote

Umfassend berichtete Karl Volk aus Gremmelsbach im Heimatmuseum Schwarzes Tor über Abt Johannes den V. von St. Georgen und das Konzil von Trient.

St. Georgen. Das Kloster St. Georgen habe Kulturleistungen wie die Urbarmachung des Waldgeländes, den Bau einer romanischen Kirche oder die Gründung des Nonnenklosters in Amtenhausen vollbracht. Seine geistige Ausstrahlung reiche von Elsass-Lothringen bis Ottobeuren in Bayern und nach Admont in der Steiermark, es sei Reformmittelpunkt zwischen Cluny in Burgund und dem deutschen Südosten. In Admonter Bücherminiaturen fänden sich Elemente der Kunst aus dem Schwarzwald.

Insgesamt sind 21 Papsturkunden zu St. Georgen erhalten

Bereits 1095, elf Jahre nach Gründung, sicherte Papst Urban II. freie Abtswahl durch den Klosterkonvent, 1184 durfte der Abt wie ein Bischof Mitra, Handschuhe und Sandalen tragen, als sichtbare Anerkennung für die enge Bindung an den Papst. Insgesamt sind von 1095 bis 1501 21 Papsturkunden zu St. Georgen erhalten.

Konzil von Trient als Antwort auf Erfolge der Reformation

Abt Johannes V. war ab 1530 im Amt, ab 1534 begannen Bemühungen, das Kloster zu reformieren. Dem widersetzte sich Johannes und verweigerte dem Vertreter des Herzogs die Kanzel. Die evangelische Klosterordnung wurde nicht angenommen. 1536 wurde das Kloster von Obervogt Jos Münch geplündert, die Mönche mussten ins Exil. 1548 konnte das Kloster wieder bezogen werden. Johannes tat alles, um alte Privilegien zu sichern und das Kloster in guten Zustand zu bringen.

1545 beziehungsweise 1551 begann das Konzil von Trient, das Weltwirkung hatte, obwohl kaum 50 Personen teilnahmen. Mit ihm werde die Barockkunst oder der liturgische Reichtum der Gottesdienste in Verbindung gebracht. Es sei die Antwort auf ungeheure Erfolge der Reformation.

Der Papst habe den Äbten mit Ungnade gedroht, sollten sie nicht teilnehmen. In den darauf folgenden Briefwechsel schaltete sich Johannes ein und führte ein Gespräch mit Bischof Christoph Metzler von Konstanz. Grund war, dass die Regierungen von Oberelsass und Württemberg eine Delegation von Prälaten ohne Billigung des Bischofs zum Konzil schicken wollten. Beim Gespräch ging es aber auch um Banales, wie den in St. Georgen produzierten Schwarzwälder Käse.

Johannes nahm nicht am Konzil teil, als Gründe führte er unter anderem die Ansteckung des Volks von der lutherischen Häresie, Schäden am Kloster und körperliche Gebrechen an. Die waren zum Teil verursacht durch zermürbende, quälende Verhandlungen mit Herzog Ulrich von Württemberg. Der habe entscheidenden Anteil an der Einführung der Reformation in St. Georgen.

Klosterordnung wird 1556 in St. Georgen neu eingeführt

Volk berichtete von einem rätselhaften Dokument ohne Adressat oder Verfasser, das in den Akten St. Georgens gefunden wurde. Adressat könnte Johannes gewesen sein. Im Schreiben wird vom Konzil berichtet. Johannes erfuhr auch von anderen Begebenheiten, wie der Kaperung eines Schiffes durch den Freibeuter Andrea Doria oder Übergriffen der Türken an der Ostgrenze des Reiches.

1556 wurde in St. Georgen die neue Klosterordnung eingeführt. Johannes starb noch im selben Jahr. Das Kloster wurde danach zur Stätte des Schriftstudiums mit überaus strenger Regelung des Tages. Der begann im Sommer um vier Uhr, im Winter um fünf. Auf die Stunde genau waren Gottesdienste oder Schriftlesung festgesetzt. Johannes war der letzte katholische Abt des Klosters. Er habe keine erkennbaren Spuren im Stadtbild hinterlassen, sei nicht als großer Prediger in die Geschichte eingegangen, habe aber Stärke des Glaubens gezeigt. Das Ziel der Einheit der Christenheit in seinem Umfeld habe er aber nicht erreichen können. Vom Kloster blieben laut Volk nur spärliche steinerne Funde, jedoch sprachliche Überreste wie Frongarten, Spittelberg, das Haus Märge oder der Klosterweiher.

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