St. Georgen Kleiner: "Bedarfsplan ist kein Wunschkonzert"

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Das Feuerwehrgerätehaus am Spittelberg. Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

St. Georgen (hü). Gesamtkommandant Christoph Kleiner berichtete im Gemeinderat über die Arbeit der Feuerwehr und künftige Herausforderungen.

Zentrales Thema sei die Menschenrettung bei lebensbedrohlichen Zwangslagen, so Kleiner. Relativ konstant war 2015 die Zahl der Einsätze mit 108. Befreiungen von in Autos eingeklemmten Menschen nahmen deutlich ab. Das liege an der größeren Sicherheit der Autos. Sollte aber eine Befreiung nötig sein, gebe es auch deutlich höheren Aufwand. Einsätze in Betrieben, bei Unwettern oder Türöffnungen bei hilflosen Personen nahmen stark zu. 2016 gab es bisher zwölf Einsätze.

Immer schwieriger werde es, Personal bei der Stange zu halten. Jenseits der 50 kehrten viele der Feuerwehr den Rücken. Überforderung spiele dabei eine große Rolle. Das Landesfeuerwehrgesetz wurde kürzlich geändert. Es geht um Maßnahmen zur Erholung, Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der persönlichen Leitungsfähigkeit der Einsatzkräfte, zum Beispiel durch Fitnessprogramme oder ärztliche Begleitung. St. Georgen sei eine der wenigen Gemeinden der Region ohne Entschädigungssatzung.

Die Gesamtwehr hat 128 Einsatzkräfte, über die Hälfte davon Atemschutzträger. Alle Abteilungen wurden mit neuen Fahrzeugen ausgestattet. Stockburg wäre langfristig nicht zu halten gewesen, so Kleiner zur bevorstehenden Fusion mit Peterzell. Er lobte die Eigenleistung der Abteilungen beim Umbau des Gerätehauses in Peterzell.

Relativ gleichbleibend ist die Zahl der Jugendlichen. Es wurde die Möglichkeit geschaffen, Gruppen für Kinder ab sechs Jahren zu gewinnen.

Bei der Kernstadtwehr sind in naher Zukunft Ersatzbeschaffungen für Fahrzeuge nötig, weil unter anderem die Drehleiter in die Jahre kommen und deutlich über den Fachempfehlungen liegen. Der Bedarfsplan sei kein Wunschkonzert. Ein immer großes und kostspieliges Thema sei Atemschutz. 2016 müssen etwa 20 Geräte ersetzt werden, weil der Hersteller weder Ersatzteile noch Wartung mehr bietet. Zudem steht die Entscheidung an, ob die Wehr in Prüftechnik investieren oder Aufgaben an eine zentrale Werkstatt in Donaueschingen abgeben soll. Bis 2018 müssen zudem 15 Funkgeräte aufgrund des von Bund und Land beschlossenen Umstiegs auf Digitalfunk ausgetauscht werden.

Massive Probleme gibt es laut Kleiner in Sachen Gerätewartung. Die 50-prozentige hauptamtliche Stelle stoße an ihre Grenzen.

Die Fraktionsvertreter und Bürgermeister Michael Rieger versprachen weitere Unterstützung der Wehren und lobten das Engagement der Ehrenamtlichen.

Für die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs TLF 4000 zum Preis von 401 000 Euro stimmte der Gemeinderat. Darin enthalten sind das Fahrzeug selbst für knapp 357 000 Euro, vergeben an die Firma Magirus aus Ulm, sowie feuerwehrtechnische Beladung für knapp 40 000 Euro, vergeben an die Firma Bittinger aus Kehl.

Tatsächlich legte Magirus nicht das billigste, aber nach Abgleich mit der Anforderungsmatrix das wirtschaftlichste Angebot vor. Laut Christoph Kleiner war Magirus nicht der Wunschkandidat. Die Wehr könne aber mit dem Fahrzeug sehr gut leben und habe schon viele Magirus-Fahrzeuge im Einsatz.

Laut Markus Esterle, Leiter Bürgerdienste, sind im Haushalt 410 000 Euro eingestellt. 120 000 Euro kommen als Zuschuss. Einen Riesenaufwand für die Feuerwehr nannte er die Erstellung der fast 30-seitigen Leistungsbeschreibung. Laut Kleiner dauerten Planung und Konzeption des Fahrzeuges fast ein Jahr.

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