St. Georgen Idee bei Grabungen in St. Wendel

Schwarzwälder-Bote, 07.08.2012 22:16 Uhr

Von Dieter Vaas

St. Georgen. Der Verein für Heimatgeschichte feiert 40-jähriges Bestehen. Bei Grabungen an der Wallfahrtskapelle St. Wendel in Oberkirnach kam die Idee auf. An diesem Ort findet deshalb am 18. und 19. August ein kleines Fest statt.

Walter Probst, Dieter Klepper, Helmut Diebel, Georg Rosenfelder und Wolfdieter Gramlich gelten als die Gründungsväter des Vereins für Heimatgeschichte. Sie begannen im Jahr 1971 mit den St.-Wendel-Ausgrabungen. Der Wallfahrtsort war nur noch aus alten Urkunden bekannt. Hier entsprang eine Quelle, der Heilkräfte nachgesagt wurden. Die Pilger kamen aus dem weiten Umkreis, teilweise sogar aus dem Elsass und Burgund.

Mit der Reformation verlangte der württembergische Landesherr die Schleifung der Anlage. Die­ Bauern widersetzten sich. Mit der Zeit zerfiel aber das Gemäuer und diente auch als Steinbruch. Schließlich war nichts mehr zu erkennen.

Die Heimatforscher holzten ein Stück Wald ab und legten Grundmauern frei. Mit städtischer Hilfe wurden diese konserviert und auf rund 1,40 Meter erhöht. Es wurde ein Steinfries (Sandsteinrahmen) gefunden. Zu sehen ist auch der Eingangsbereich, der Steinboden und auch der Chorraum ist deutlich zu erkennen.

Im Jahr 1972 wurde der Verein für Heimatgeschichte gegründet. Ziel bis heute ist die Recherche der Heimatgeschichte St. Georgens, in erster Linie des Klosters, aber auch der Industriegeschichte und anderes mehr.

Grenzstein aus der Klosterzeit

Es entstand das Lapidarium. Von der Steinesammlung ist ein Teil im Klosterhof hinter Glas gut sichtbar ausgestellt. Es gibt auch einen "Neuzugang", einen Grenzstein von 1573. Dieser lag im Röhlinwald Richtung "Großbauer Linde". Mit Zustimmung des Staatlichen Vermessungsamts und der Stadtverwaltung wurde er geborgen.

Eine weitere wichtige Einrichtung ist das "Lädele" in der Bahnhofstraße. Hier ist die gesamte Dokumentation des Vereins zu finden, teilweise sogar digitalisiert. Die Regale sind gefüllt mit zahlreichen Publikationen, die der Interessierte ausleihen oder kaufen kann. Darunter befindet sich auch der jährlich zum Weihnachtsmarkt erscheinende Heimatbote mit zahlreichen interessanten Geschichten, zusammengetragen von den aktuell rund 110 Mitgliedern. Diese habe viele Spezialgebiete als Steckenpferd. Darüber berichten sie auch in öffentlichen Monatsversammlungen. Das Lädele ist im August geschlossen und öffnet sonst regelmäßig freitags von 15 bis 18 Uhr.

Die Kobisenmühle hat der Verein für Heimatgeschichte in weiten Teilen selbst restauriert. Sie dient als Museumsmühle und öffnet regelmäßig den Sommer über auch mit Sonderaktionen.

Geleitet wird der Verein für Heimatgeschichte vom Vorstands-Trio Arno Schwarz, Martin Rosenfelder und Till Münnich. Es gibt einen Beirat sowie Kassierer und Schriftführer.

Zwei Tage lang Fest in St. Wendel

Den Geburtstag feiern die Geschichtsfreunde an den Wurzeln in St. Wendel. Festeröffnung ist am Samstag, 18. August, um 11 Uhr mit Ansprachen. Um 17 Uhr spricht Winfried Hecht aus Rottweil über den historischen Wallfahrtsort. Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem Ökumenischen Gottesdienst und einer echten Überraschung. Es gibt an beiden Tagen Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sowie Ponyreiten für Kinder.

Die Parkmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Deshalb sollten die Besucher ihre Fahrzeuge bei den oberen Schloßberglift-Parkplätzen abstellen und nach St. Wendel wandern (halbe Stunde). Gehbehinderte können im Vorfeld unter 07724/78 76 einen Fahrservice anfordern.

 
 
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