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St. Georgen Den Rhythmus hat jeder im Blut

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Jens Willis Leidenschaft sind Schlaginstrumente aller Art, am liebsten spielt er Schlagzeug. Foto: Kauffmann Foto: Schwarzwälder-Bote

Dass Jens Willi ein Ass am Schlagzeug wird, war früh klar: Schon als Kind trommelte er auf Pappkartons und Eimern. Heute unterrichtet er an der Jugend-Musikschule in St. Georgen. Der Weg zum Profimusiker verlief dennoch nicht geradeaus.

St. Georgen. Dass er Musik im Blut hat, ist ihm in die Wiege gelegt. Dass er damit einmal Geld verdient, nicht: Der 41-jährige Jens Willi sitzt zwischen Schlagzeug, Xylofon, Marimbafon und Congas im Unterrichtsraum in der Jugendmusikschule und erzählt.

"Mit zehn habe ich angefangen, im Musikverein zu spielen." Später ist er "zum Glück oder zum Pech" bald der Einzige, der das Schlagzeug beherrscht. "In der Situation hat es einfach funktionieren müssen. Ich habe geübt und noch mehr geübt." Es macht ihm so viel Spaß, dass er nach dem Schulabschluss am liebsten Musiker werden will.

Tolles Gefühl, beim Orchester zu sein

Doch seine Eltern sagen, er solle einen bodenständigen Beruf lernen, am besten ein Handwerk. Eine Ausbildung zum Elektroniker in einem mittelständischen Betrieb ist es 1992 geworden. "Nebenher hat’s für mich nur die Musik gegeben."

Auch der Zivildienst hält ihn davon nicht ab: "Ich hatte zum Glück die Frühschicht und habe danach jeden Tag stundenlang geübt." Und das ein Jahr am Stück. Danach muss er sich entscheiden: Handwerker oder Musiker? "Ich glaube, ich habe mich überall beworben", erzählt er lachend. Doch er kommt an die Akademie für Tonkunst in Darmstadt, wie er es sich gewünscht hat.

Von da an taucht er ein in die Welt der Musik. Bei der Aufführung von Wagners Version der Oper "Elektra" im Staatstheater Darmstadt entdeckt er seine Begeisterung für Orchestermusik: "Das war schon ein tolles Gefühl, da unten beim Orchester zu sitzen", zumal Elektra eine der lautesten Aufführungen überhaupt sei. Zuvor wollte er lieber in einer Band spielen.

"Die Faszination ist, dass da 80 Leute sitzen und alle gemeinsam ein Stück erklingen lassen", sagt er.­ Im Gegensatz dazu sei der Band-Schlagzeuger der heimliche Chef, weil er nicht nur Takt, sondern auch Lautstärke und Tempo in der Hand hat. Ganz anders bei der Opernsymphonie. Willi sagt es so: "Als Schlagzeuger muss man den Puls des Orchesters spüren." Man müsse viel mehr aufeinander hören.

Auch in einem Theater in der Wüste spielt er

Diese Herausforderung reizt ihn während seines ganzen Studiums: Er spielt im Mannheimer Nationaltheater, beim Radiosymphonieorchester in Kaiserslautern und im Theater in Freiburg. Die exotischste Station führt ihn auf die arabische Halbinsel, nach Doha (Katar). "Ein Scheich hat mitten in die Wüste ein Theater gebaut." Dort spielt er bei Gustav Mahlers Erster Symphonie am Schlagzeug mit.

2004 macht er seinen Abschluss in Darmstadt. Seither darf er sich "Diplom-Orchestermusiker" nennen. "Das ist schon ein gutes Gefühl." Doch schnell wird klar, dass er nicht in einem Orchester musizieren wird, da dort auf eine Stelle Hunderte Bewerber kommen. "Ich bin heute sehr froh, dass ich unterrichten darf. Es macht unheimlich Spaß", sagt Willi.

Er hat etwa 75 Schüler von fünf bis 40 Jahren. "Jeder lernt anders. Man muss jedes Mal den Zugang neu finden. Da lernt man immer neu wie man seinen Unterricht verbessern kann", beschreibt er den Reiz seiner Arbeit. Auch als Band-Schlagzeuger ist er wieder aktiv.

Sein Unterricht hat übrigens noch einen anderen Nebeneffekt: "Fast alle verbessern sich in Mathe." Und wer ein gutes Rhythmusgefühl habe, tue sich auch in vielen anderen Lebensbereichen leichter. "Rhythmus hat jeder im Blut", so seine Überzeugung. "Man muss ihn nur finden."

Sie begeistern mit ihrem Können und geben ihre Erfahrungen weiter. Ob als begnadete Musiker, mitreißende Dirigenten oder enthusiastische Lehrer. In unserer Serie "Wir machen Musik" porträtieren wir musisch-kreative Köpfe, die mit ihrem langjährigen Engagement wichtige Akzente in der Region setzen.

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