
St. Georgen - Schnelles Internet und Breitbandversorgung für alle Einwohner sowie die Einrichtung eines Bürgerbüros waren wichtige Punkte bei der Klausurtagung des Gemeinderats.
"Die Ergebnisse der Klausur werden Leitfaden bei unserer zukünftigen Arbeit", berichtete Bürgermeister Michael Rieger. Bei der Tagung im Rathaus bildeten die Gemeinderäte Arbeitsgruppen, die sich mit den Themen "Stadt als Dienstleister", "Bildung, Kultur, Sport und Soziales", "Bau und Infrastruktur" sowie "Stadtmarketing und Tourismus" auseinandersetzten.
An einer Stellwand wurden die Wünsche gesammelt. Jeder Gemeinderat konnte mit Aufklebern seine Prioritäten wählen. Als oberstes Ziel mit 18 Punkten stand "Breitband für alle". Ebenfalls viele Stimmen erhielt die Einrichtung eines Bürgerbüros mit Sanierung des Rathauses und dessen Umfeld. Interkommunale Zusammenarbeit fördern, weiteres Engagement in Projekte erneuerbarer Energien als kommunaler Beitrag zur Energiewende, ein Vermarktungskonzept für Bäder und Hallen sowie die Aufwertung der Ortseingänge halten die Gemeinderäte ebenfalls für bedeutende Anliegen.
Um die "Stadt als Dienstleister" machte sich eine Gruppe Gedanken. Wie Joachim Kleiner erläuterte, sei eine Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden, vor allem auch im Bereich neuer Gewerbegebiete notwendig. Einsparungen bei der Verwaltung müssten sich durch Privatisierung oder Optimierung der Eigenleistungen ergeben.
Ein Ziel sah Gerhard Mengesdorf in der Aktivierung der Bürgergesellschaft. Der Standard im Bereich Kultur, Bildung, Soziales und Sport sei gut. Um diesen zu erhalten, müssten Synergieeffekte erzielt werden. Beispielsweise sollen die Jugendmusikschule und die Stadtmusik enger zusammengeführt und das Kulturangebot gebündelt werden. Die Familienfreundlichkeit und die Vereinbarung von Familie und Beruf müssten noch mehr im Fokus stehen, so Mengesdorf. Zudem sollten Migranten besser integriert werden.
"Der demografische Wandel wird uns verstärkt beschäftigen", ist sich Manfred Scherer sicher. Um junge Leute als Einwohner zu gewinnen, müsse Breitband-Internet flächendeckend angeboten werden. Auch die Verkehrsanbindung an die Autobahn sei in diesem Zusammenhang wichtig, so Scherer. Der Lückenschluss sei auch bedeutend für den Tourismus. Weil die Verweildauer immer kürzer werde, sollte die Anfahrt so zeitsparend wie möglich sein. Gerade für die Ortsteile sei der Tourismus ein wichtiges Standbein, meinte Scherer.
Oliver Freischlader freute sich, dass es viele Schnittmengen gab. Es habe sich gezeigt, dass die Ziele der Verwaltung und aller Gemeinderäte sehr eng beieinander liegen. Oben auf der Agenda stehe die Rathaussanierung und die Innenstadt. Auch das Bild an den Ortseingängen sei verbesserungswürdig.
"Wir müssen die Weichen in die richtige Richtung stellen. Die Anforderungen an die Städte werden steigen", ist Rieger überzeugt. "Wir gehen alle diese Punkte an und schauen, wo wir Geld freimachen können."