Von Dieter Vaas

St. Georgen. "Der Weltmarktführer für Ventilatoren und Motoren ebm-papst arbeitet am Standort St. Georgen in einzelnen Betriebsbereichen kurz. Grund hierfür ist eine aktuell schwache Marktentwicklung im Segment der Elektronikkühlung". Dies meldet das Unternehmen auf seiner Homepage.

Die von Geschäftsführung und Betriebsrat getragene Maßnahme wurde vorläufig bis März beantragt. Sie betrifft rund 450 der insgesamt 1300 Beschäftigten des zur ebm-papst Gruppe zählenden Tochterunternehmens.

China verlagertin günstigere Länder

"Wir wenden das Instrument der Kurzarbeit an, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern", sagt Rainer Hundsdörfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der ebm-papst Gruppe. "Die industrielle Lufttechnik in St. Georgen steht seit langem unter starkem Wettbewerbsdruck. Als alleiniger Kompaktlüfterhersteller in der westlichen Welt stellen wir uns seit Jahren erfolgreich dem rein asiatischen Wettbewerb. Dieser ist bereits dabei, Produktionsanteile aus China in deutlich günstigere südostasiatische Länder wie Vietnam und Kambodscha zu verlagern. Unser Geschäft wird dadurch zunehmend schwieriger", so Hundsdörfer.

ebm-papst hatte mit der Konzentration des Kompakt- und Powerlüftergeschäfts am ungarischen Standort reagiert. Um den Erfolg des Standorts langfristig zu sichern, investiert der Technologieführer in den Ausbau zum Hochtechnologiezentrum für den Automobilbereich sowie für die industrielle Antriebstechnik, teilt das Unternehmen mit.

Dirk Schallock, Geschäftsführer ebm-papst St. Georgen: "Es ist uns gelungen, wichtige Projekte aus dem Bereich der Automobilindustrie zu gewinnen. Für diese Projekte und daraus folgende Großserien benötigen wir ein spezielles High-Tech-Zentrum mit hochautomatisierten Fertigungsanlagen und gut ausgebildeten Mitarbeitern." Zurzeit fließen Investitionen im zweistelligen Millionenbereich in den Standort Herbolzheim, um diesen Ausbau zu finanzieren. So wurde zum Beispiel ein Sauberraum für eine Million Euro realisiert, um technologischen Abstand zu den Wettbewerbern aufrecht zu erhalten, heißt es in der Mitteilung.

Zwischen drei und fünf Tagen im Monat

Die von der Maßnahme Betroffenen werden zwischen drei und fünf Tagen pro Monat kurzarbeiten. Eine Ausweitung auf die ebm-papst Zentrale in Mulfingen sowie auf das Tochterunternehmen in Landshut schließt das Unternehmen aus.

Rainer Hundsdörfer versichert: "Eine Wirtschaftskrise sehen wir nicht auf uns zukommen. Die Lagerbestände sind weltweit abgearbeitet und steigende Bedarfe unserer Kunden erkennbar. ebm-papst ist zudem als Technologieführer energieeffizienter Ventilatoren und Motoren hervorragend aufgestellt und in allen wichtigen Marktsegmenten aktiv."

Weitere Informationen: http://www.ebmpapst.com