Stuttgart - Für einen Teil der Beschäftigten des Autobauers Porsche gibt es die ersten Weihnachtsgeschenke dieses Jahr einige Tage früher: Die 3300 Mitarbeiter in der Produktion am Stammwerk Zuffenhausen arbeiten künftig 34 statt 35 Stunden in der Woche – erhalten aber den gleichen Lohn. Ausgeglichen werde die Verkürzung der Arbeitszeit durch eine effizientere Produktion. „Produktivitätssteigerung heißt aber nicht, dass wir das Band schneller laufen lassen oder dass die Arbeit, die früher von zwei Mitarbeitern gemacht wurde, jetzt nur noch von einem erledigt werden soll“, sagte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück.

Im Gegenzug darf Porsche bei den Mitarbeitern im Entwicklungszentrum in Weissach die Arbeitszeiten weiter ausdehnen, als es der Tarifvertrag zulässt. Dieser sieht vor, dass nur 18 Prozent der Beschäftigen 40 Stunden in der Woche arbeiten dürfen. „Viele unserer Projekte ließen sich auf Basis einer 35-Stunden-Woche nicht realisieren“, sagte Porsche-Personalvorstand Thomas Edig. Künftig können in der Entwicklung 90 Prozent der Beschäftigten 40 Stunden arbeiten. Um im Kampf um die besten Fachkräfte wettbewerbsfähig zu bleiben, will Porsche außerdem, dass die Beschäftigten Familie und Job besser vereinbaren können. Dazu gehört die Möglichkeit, für eine befristete Periode in Teilzeit zu arbeiten. Nach Ablauf der Frist haben die Mitarbeiter einen Rechtsanspruch, wieder auf ihre bisherige Stundenzahl aufzustocken.

Den Leiharbeitnehmern zahlt Porsche künftig zu 100 Prozent den gleichen Lohn wie der Stammbelegschaft. „Hier geht Porsche einen gewaltigen Schritt nach vorn“, sagt Jörg Hofmann, IG-Metall-Bezirksleiter in Baden-Württemberg. Außerdem ist der Einsatz von Leiharbeitern zeitlich und quantitativ begrenzt.