Simmozheim - Man muss nicht unbedingt Sportschütze sein, um zu fassen, was sich am 3. Wettkampftag der Luftgewehr- Württembergliga in Simmozheim abgespielt hat.Das Gastgeberteam lag nach Punkten von Nicole Hübl (391:381 gegen Sarah König) und Andreas Kolb (383:377 gegen Mona Seufer) bei einem Punktverlust von Daniela Götz (384:393) gegen Jenny Müller 2:1 in Führung, als sich Simmozheims Nummer fünf, Björn Wilferth, mit vier Zehner in Folge mit 373:373 Ringen in ein Stechen gegen Sven Ebel rettete.

Es war der Anfang eines Dramas, wie es die Simmozheimer Anlage noch nicht erlebt hat. Beim Stande von 2:1 und einer "offenen Partie" zwischen Ebel und Wilferth leistete sich Angela Gritzbach beim letzten Schuss eine Acht und öffnete damit Timo Dörf-linger (zwei Ringe Vorsprung) alle Optionen. Eine Zehn oder eine Neun und der dritte Punkt für den SV Simmozheim klar gewesen.

"Der Timo muss das klar machen", konnte auch SVS Teamchef Manfred Dörflinger den Achter beim letzten Schuss seines Sohnes zum 382:382-Gleichstand nicht fassen. "Wir hatten schon zweimal Pech, wir brauchen die Punkte", meine die Bad Herrenalber Teamchefin. Sven Ebel musste das erste Stechen bestreiten und traf nur eine Acht. Damit war er praktisch weg. Doch Björn Wilferth hatte nicht den Nerven, um nachzulegen. Sein Schuss landete in der Sieben zum 2:2-Ausgleich für den SSV Bad Herrenalb.

Jetzt war der Druck auf die beiden verbliebenen Akteure noch größer. Keiner unter den Zuschauern, darunter Bürgermeister Hartmut Mayer – wollte jetzt mit Timo Dörflinger oder Angela Gritzbach tauschen. Gritzbach schoss im Stechen zuerst – eine Acht. Dörflinger konnte dieses Geschenkt erneut nicht nutzen – ebenfalls eine Acht. Das Stechen ging über 9:9 und nochmals 9:9 in eine Verlängerung.

Im vierten Anlauf ging es nicht um Vollringe sondern um Zehntel. Schießleiter Kurt Gäckle zählte zum letzten Male drei – zwei – eins – Start. Nach 24 Sekunden war das Drama mit 9,2:8,8 für Timo Dörflinger entschieden. Vier Zehntel gaben am Ende von insgesamt 404 Wettkampfschüssen den Ausschlag zu Gunsten der Simmozheimer, die ihren Heimwettkampftag mit zwei Siegen und 7:3 Einzelpunkten abschlossen.Im ersten Wettkampf hatten die Simmozheimer 4:1 gegen den SSV Asch gewonnen, wobei die Ergebnisse in den Paarungen Daniela Götz – Sonja Streckfuß 387:385, Nicole Hübl – Matthias Raiber 389: 384, Andre Kolb – Walter Lindner 381:381 (8,6:8,9) Timo Dörflinger – Stefanie Schmid 381:378 und Björn Wilferth – Wilfried Kress 379:346 bei weitem nicht die Überlegenheit wie der Endstand widerspiegelt.

Im Anschluss schaffte der SSV Asch ein 3:2 gegen den SV Fenken, das vor allem die Abstiegsängste des SSV Bad Herrenalb nach oben trieb. Der verlor seinen Vergleich mit dem SV Fenken mit 1:4 Punkten. Jenny Müller hatte die Nordschwarzwälder mit 392:379 gegen Martin Gyger in Führung gebracht, Sara König wehrte sich bis zum Schluss gegen die 385:388- Niederlage gegen Markus Abt. Mona Seufer (376:380 gegen Tobias Henle), Angela Gritzbach (372:386 gegen Michael Klein) und Sven Ebel (366:386 gegen Jochen Hoffmann) hatten keine Chance auf einen Punkt.

Während der SV Simmozheim im letzten Match (13. Januar) gegen die SK Dachtel noch um die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 2. Liga mitmischen kann, braucht der SSV Bad Herrenalb einen hohen Sieg über Schlusslicht SV Grünmettstetten, um dem direkten Abstieg zu entgehen.