
Von Bettina Bausch Simmozheim. Das Simmozheimer Rathaus hat zwar schon viele prominente Besucher gesehen, doch kaum jemals 28 orientalisch gekleidete Könige. Heute sind die engagierten Kinder und jugendlichen Sternsinger gekommen, die Bürgermeister Hartmut Mayer zu einem kleinen Empfang ins Rathaus geladen hat.Punsch und Gebäck ist für sie bereit gestellt und der Rathauschef findet lobende Worte für den uneigennützigen Einsatz seiner Gäste für notleidende Kinder in aller Welt. Die Simmozheimer Sternsinger wurden vor dem Empfang in einem Aussegnungsgottesdienst von Pastoralreferent Heinrich Lutz innerlich auf ihre Aufgabe eingestimmt. Außerdem haben ihnen Hildegard Hornung, Heike Haßel und Goskar Kutschke in einigen Vorbereitungsstunden vieles beigebracht, was ihnen bei ihrem Einsatz helfen wird.
Sie haben aussagekräftige Lieder oder einen schönen Segensspruch gelernt und wissen vor allem, wie man bei der Sammelaktion höflich und angemessen auftritt. "Klopft an Türen, pocht auf Rechte", heißt das Motto der Aktion Dreikönigssingen in diesem Jahr. Der Satz soll darauf aufmerksam machen, dass die Rechte der Kinder überall auf der Welt respektiert und unterstützt werden müssen. Überall dort, wo Kinder noch hungern müssen, keine Schulbildung erhalten und Missbrauch,Gewalt und Misshandlung ausgesetzt sind. Kinder weltweit profitieren vom Einsatz der kleinen Könige. Aidswaisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten, in Flüchtlingslagern oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen.
Man merkt den Simmozheimer Sternsingern an, dass sie voller Tatendrang sind. Deshalb wollen sie auch nicht allzu lange im Rathaus bleiben. In Gruppen aufgeteilt machen sie sich sogleich auf den Weg, um an Haustüren zu klingeln, zu singen und um eine Spende zu bitten. Doch
Die Sternsinger bringen auch etwas mit. Es ist eine segnende Inschrift, die sie gleich an der Rathaustür anbringen. Sie lautet. 20*C+M+B+12 "Wisst ihr auch, was das bedeutet?" lautet eine Frage an die kleinen Könige. Ja klar, wissen sie das, es sind die Anfangsbuchstaben für Caspar, Melchior und Balthasar. Die Inschrift bedeutet aber auch "Christus mansionem beneficat", was soviel heißt wie: Christus segne dieses Haus. Fröhlich brechen die Gruppen zu ihrem ersten Einsatz auf, der letzte wird dann am Dreikönigstag folgen und mit einem gemeinsamen Essen im Gemeindehaus beendet.
Im vergangenen Jahr haben die Sternsinger in Simmozheim rund 5000 Euro gesammelt. Es wäre schön, wenn es in diesem Jahr wieder soviel wird, meinen sie.
Und warum machen sie während ihrer Ferien bei Wind und bei schlechtem Wetter eigentlich mit bei der anstrengenden Aktion? "Wir machen mit, damit viel Geld zusammenkommt für arme Kinder, die es so dringend brauchen", sagen die Schwestern Melanie und Nicole Neis und ihre Begleiterinnen stimmen ihnen fröhlich zu.