Simmozheim. Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie des Naturschutzbunds (NABU) haben einen lange gehegten Plan in die Tat umgesetzt und die Simmozheimer Dreifaltigkeitskirche für gefiederte Mitbewohner umgestaltet. Da Schleiereulen in der Gäugemeinde noch annehmbare Lebensbedingungen vorfinden, wurde von BUND-Mitarbeiter André Pilarski ein Schleiereulenkasten installiert.

Nachdem der Kirchengemeinderat und Pfarrer Manfred Mergel dafür einstimmig grünes Licht gegeben hatten und eine freundliche Simmozheimerin gefunden war, die bereit ist, den Kasten regelmäßig zu kontrollieren, um einen Einzug von Tauben zu verhindern, konnte mit dem Einbau begonnen werden. Pilarski vollbrachte das Kunststück, den Kasten so zwischen Glockenstuhl, elektrischen Leitungen und Antennengestänge unterzubringen, dass die bestehenden Installationen nicht verändert werden mussten.

Schleiereulen, die sehr lichtscheu sind, können nun von außen direkt in den innen abgedunkelten Kasten fliegen, um sich dort tagsüber aufzuhalten und auch zu brüten. Wie keine zweite Art ist die Schleiereule als Kulturfolgerin auf menschliche Hilfe angewiesen.

Bei der Wahl geeigneter Brutquartiere ist sie anspruchsvoll. Sie bevorzugt exponierte Gebäude wie Kirchtürme, Scheunen und Ruinen. Daraus ergibt sich die besondere Verantwortung des Menschen, diese empfindliche Vogelart zu erhalten.

Nachts jagt die Eule mit dem herzförmigen Gesichtsschleier im Suchflug oder vom Ansitz aus nach ihrer bevorzugten Nahrung, den Feldmäusen. Alle Schleiereulen sind abhängig davon, wie viele Feldmäuse es gibt. In schneereichen Wintern erleiden sie hohe Verluste, da ihre Beutetiere unter der Schneedecke nicht erreichbar sind.

NABU-Mitglied Oliver Maier baute zusätzlich einen "Fünf-Familien"-Mauerseglerkasten an der Dreifaltigkeitskirche ein, um dem rasant mit 180 Kilometer pro Stunde jagenden und schrill rufenden "kleinen Königen der Lüfte" ebenfalls Brutmöglichkeiten zu schaffen.