
u Flucht Die Frage stellt sich, warum sich die Kommune Simmozheim für ein Projekt erwärmt, das doch eher mit dem benachbarten "Welschdorf" Neuhengstett zu tun hat. Der Gemeinderat hatte zu diesem besonderen Thema den Simmozheimer Heinz Beck eingeladen, der über das neue Projekt berichtete. Nach einer interessanten Geschichts- und Geografiestunde mit ausführlichen Informationen über den Fernwanderweg war diese Frage beantwortet: 250 000 französische Hugenotten und Waldenser verließen gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus Glaubensgründen ihre Heimat in Südfrankreich und flohen in protestantische Länder. Die Auswanderungsrouten führten für die meisten Flüchtlinge über die Schweiz nach Deutschland, vor allem in die Fürstentümer Württemberg und Hessen.
u Ansiedlung Für die Waldenserfamilien, die auf Befehl des damaligen Herzogs von Württemberg im Jahr 1700 im heutigen Neuhengstett angesiedelt wurden, mussten Simmozheim und Althengstett Land abtreten, auf dem der Ort "Bourcet" entstand, der anfangs auch "Kolonie Simmozheim" genannt wurde.
u Familiäre Verbindung Eine weitere Verbindung zu den Waldensern gibt es durch die Familie Beck. Heinz Beck ist im Besitz einer alten Familienbibel mit Einträgen seiner Vorfahren, die sich "Bec" (französisch Schnabel) schrieben. In dieser Bibel ist ver- merkt, dass Becks Urahnen Chaffre Bec und seine Frau im Jahr 1706 von Abel Gonzales, dem ersten Pfarrer von Neuhengstett, getraut wurden. Dieser Geistliche starb 1757 in Simmozheim.