Von Bettina Bausch

Simmozheim. Die Besucher des Gottesdienstes in der Simmozheimer Dreifaltigkeitskirche, die noch auf ihren Kirchenbänken sitzen blieben, sollten dies nicht bereuen. Sie kamen nämlich in den Genuss eines hochkarätigen Violinkonzerts, das viele so nicht erwartet hatten.

Die in Norddeutschland lebende Violinistin und Berufsmusikerin Franziska König war in die Gäugemeinde gekommen, weil dort ihre Studienkollegin und Freundin Christina Wirth lebt sowie den dortigen Kirchenchor leitet. Schnell zeigte sich, dass die Geigerin zur ersten Garnitur und Extraklasse ihres Metiers gehört.

Schon mit ihrem ersten Stück, Johann Sebastian Bachs Sonate in a-moll (BWV 1003), konnte sie sich mit ihrem mitreißenden Temperament in die Herzen der Zuschauer spielen. Von der Klassik wechselte König in eine modernere Epoche, indem sie Eugène Ysayes (1858-1932) Sonate Nr.1 op., 27/1 spielte. Bei diesem anspruchsvollen Werk mit den Sätzen Grave, Fugato allegretto und Finale con brio, konnte die Künstlerin ihr Können voll entfalten. In makelloser Technik erzeugte sie in allen Lagen ihres Instrumentes schöne und rein klingende Töne.

Ob im schnellsten Allegro oder im beseelten getragenen Grave – immer bewältigte die Musikerin größte technische Schwierigkeiten souverän und interpretierte dabei überzeugend. Mit großer Sensibilität verstand es die Violinistin, sich in die jeweiligen Werke einzufühlen, die melodischen, oft weit gespannten Bögen zu bewältigen und selbst Doppelgriffe sowie auf der Violine schwer zu spielende Akkorde mühelos zu streichen. Am Ende folgte mit Bachs bekannter "Chaconne" ein Geschenk an ihre Freundin Christina Wirth, denn diese hatte genau dieses anspruchsvolle Stück bei ihrer Abschlussprüfung an der Musikhochschule Trossingen gespielt. Am Schluss gab es begeisterten Beifall für ein musikalisches Geschenk der Extraklasse an einem trüben Novembertag.