
Simmozheim (ina). Beim evangelischen Gemeindehaus in Simmozheim schwenkten viele Kinder begeistert ihre Lampions. Andere große und kleine Teilnehmer am Martinsumzug der katholischen Kirchengemeinde hatten Fackeln entzündet. Sie sorgten so ebenfalls für eine geradezu romantische Atmosphäre.
Langsam setzte sich der Zug in Bewegung und schlängelte sich in Richtung der Anlage des Kleintierzuchtvereins. Dort trafen die Simmozheimer mit einer Pilgergruppe zusammen, die von Weil der Stadt hergewandert war und ein großes Kreuz mit sich trug. Pastoralreferent Heinrich Lutz und Pfarrer Anton Gruber erzählten den Teilnehmern bei der abendlichen Wanderung aus dem Leben des Heiligen Martin, über den es mehrere Legenden gibt. Als römischer Soldat wurde er wegen seiner gütigen christlichen Einstellung von seinen Kameraden viel gehänselt. Als der Heilige später wegen seiner Frömmigkeit zum Bischof von Tours gewählt wurde, wollte er die Würde nicht annehmen und versteckte sich in einem Gänsestall. Er wurde gesucht, und die Tiere verrieten ihn schließlich durch ihr Geschnatter. Daher gibt es bis heute die Martinsgänse. "Der heilige Martin soll uns Vorbild sein, damit auch wir Lichter in die Welt tragen", bekräftige Lutz.
Der lange Zug mit Lampions, Laternen und Fackeln bewegte sich dann in Richtung evangelische Kirche. Eine Flötengruppe begleitete die große Gruppe und spielte an verschiedenen Stationen passende Lieder. In der Dreifaltigkeitskirche spielte dann eine Ministrantengruppe die berühmte Geschichte, die zeigte, wie Martin einen Bettler bei sich aufnahm, seinen Mantel teilte und dem Armen die Hälfte davon gab.
Querflöten und Gitarrenmusik bereicherten die Veranstaltung in der Kirche. Sieglinde Stadler von der evangelischen Gemeinde stellte den Gästen die Simmozheimer Kirche vor und berichtete Interessantes über die Kommune. Sie betonte die gute ökumenische Zusammenarbeit der beiden Konfessionen in der Gäugemeinde.
Nach der Feier wurden alle ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Dort hatten Frauen für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt. Bei Kürbissuppe, Würstchen, Getränken und Gebäck in Form von Martinsgänsen fand die stimmungsvolle Veranstaltung einen geselligen Abschluss.