Stuttgart - Einen Tag vor dem Verkaufsstart für Silvesterraketen und -böller haben Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) und Sozialministerin Karin Altpeter (SPD) vor dem Kauf nicht zugelassener Feuerwerkskörper gewarnt. Untersteller rief zudem zu einem besonnenen Umgang mit Raketen und Böllern auf. „Die Einhaltung der Gebrauchsanleitung dient der persönlichen Sicherheit und der Sicherheit umstehender Personen“, sagte Untersteller am Donnerstag in Stuttgart. Er betonte, dass Feuerwerkskörper auf gar keinen Fall in die Hände von Kindern gehörten.

Altpeter wies zudem darauf hin, dass bereits ein einmaliger lauter Knall dauerhafte Hörschäden verursachen könne. „Der Geräuschpegel mancher Silvesterkracher ist mit dem Start eines Düsenflugzeugs zu vergleichen“, sagte sie und riet zum Kauf von Ohrstöpseln. Insbesondere bei nicht zugelassenem Feuerwerk bestehe die Gefahr, dass es deutlich zu laut sei. Ein Mindestabstand von zehn bis zwanzig Metern zu Böllern und sonstigen Silvesterkrachern sei grundsätzlich ratsam.

Untersteller betonte, nur zugelassene Feuerwerkskörper seien bei korrekter Bedienung auch sicher. Zugelassene Feuerwerkskörper sind mit den Zeichen BAM oder CE gekennzeichnet. Von Freitag (28. Dezember) an dürfen Böller und Raketen verkauft werden.

Verbotszonen in Tübingen, Konstanz und Esslingen

In Baden-Württemberg verbieten auch in diesem Jahr mehrere Städte Silvesterfeuerwerk wieder komplett in ihren historischen Kerngebieten, darunter Tübingen, Konstanz und Esslingen. Grundsätzlich ist Feuerwerk seit dem Jahr 2009 bundesweit nicht nur rund um Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Altersheime verboten, sondern auch in der Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern.

Manche Städte mit Fachwerkbestand weiten dieses Verbot aus auf ihren ganzen Altstadtbereich. Anlass sind unter anderem zwei Großbrände in Tübingen und Villingen-Schwenningen 2008. In beiden Fällen waren Silvesterraketen unter die Dachplatten geraten, hatten dort unbemerkt weiter geglimmt und schließlich das Gebälk entzündet. Nur mit Mühe konnte die Polizei ein Ausbreiten auf angrenzende Fachwerkhäuser verhindern.

Die Verbotszonen in den Altstädten gelten für die Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar. Bei Verstößen drohten Geldbußen von bis zu 50.000 Euro. In Esslingen gilt das Verbot nicht nur für die Altstadt sondern auch für die Burg, der sogenannte Kanonenbuckel ist gesperrt. In Tübingen patrouillieren verstärkt Polizei und Mitarbeiter der Stadt. Zudem werden wieder 14 Schilder an allen Eingängen der Altstadt aufgestellt, die auf das Verbot hinweisen.