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Berlin - Am frühen Vormittag ist der Platz vor dem Berlinale Palast ein unwirtlicher Ort. Keine Spur von Glamour. Keine Kamerateams. Es wird gesaugt und aufgeräumt, der Rote Teppich muss schließlich noch ein paar Tage durchhalten.
Am gestrigen Dienstag, dem Valentinstag, dem Tag, an dem Meryl Streep den Ehrenbären für Ihr Lebenswerk bekam, hatte sich eine Gruppe weiblicher Fans versammelt. Claudia Holze, Anna Luise Schubert, Yasmin Günterberg und Katrin Voigt brachten sich in Position - zehn Stunden, bevor Meryl Streep erwartet wurde. Die Damen sind Profis und mit allem ausgestattet, was das Überleben bei zwei Grad und Nieselregen im Freien sichert: mehrere Lagen Kleider, heiße Getränke, Decken und Gesellschaftsspiele. Während der privilegierte Berlinale-Besucher im warmen Kino „The Iron Lady“ sieht und im Anschluss bei der Pressekonferenz die gleiche Luft wie Meryl Streep atmen darf, haben die Mädels schon sieben Stunden Winter-Camping hinter sich. Katrin Voigt ist mit dem Nachtzug aus Tübingen angereist und wird direkt im Anschluss wieder zurückfahren. Wessen Mutter ihrer Tochter eine Entschuldigung für die Schule geschrieben hat, bleibt besser geheim.
Von alledem ahnt Meryl Streep nichts. Wenn sie es wüsste, dann würde sie alle vier sicher zum Tee einladen. Mindestens.
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