Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat Sehnsucht nach Berlin. Letztmals stand der Fußball-Bundesligist 2007 im Endspiel des DFB-Pokals. Nun trennen die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia nur noch zwei Etappen vom sechsten Finaleinzug. Der Elfte der deutschen Eliteklasse muss dafür an diesem Mittwoch (19 Uhr/Sky) vor heimischer Kulisse Zweitligist VfL Bochum aus dem Weg räumen.

„Wir wollen unbedingt zu den letzten Vier gehören“, sagte Labbadia am Dienstag. „Für uns ist es ein großes Ziel, ins Halbfinale einzuziehen.“ Sportdirektor Fredi Bobic ging einen Tick weiter und richtete einen zaghaften Blick auf das zum Greifen nahe Finale in Berlin. „Wenn du soweit gekommen bist, willst du den Weg auch bis zum Ende gehen“, sagte er. Labbadia räumte aber ein: „Berlin ist trotzdem noch in weiter Ferne.“

Für den Stuttgarter Trainer spielt der Klassenunterschied gegen den Club aus dem Ruhrpott keine Rolle. „Wir können keinen Gegner unterschätzen“, sagte der frühere Bayern-Stürmer. Als „klarer Favorit“ wolle der VfB gegen einen Kontrahenten, der durch seine Geschlossenheit besteche, die Runde der letzten Vier erreichen.

Vor dem K.o-Duell gegen den VfL forderte Labbadia mehr Klarheit in den Aktionen seiner Kicker. Beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag hatten die Stuttgarter noch leichtfertig einen Dreier aus den Händen gegeben.

Okazaki-Rückkehr gegen Bochum denkbar

Auf ein Elfmeterschießen bereitete der Coach der Schwaben seine Mannschaft nicht gesondert vor. „Es ist schwierig zu trainieren, weil du den Druck nicht imitieren kannst“, erläuterte Labbadia. Große Umstellungen in seinem Team wird er vermutlich nicht vornehmen. Denkbar ist aber die Rückkehr von Shinji Okazaki, um gegen den Zweitligisten von Beginn an für mehr Offensivkraft zu sorgen.

Für den VfL Bochum ist die Dienstreise an den Neckar der vorläufige Höhepunkt einer durchwachsenen Saison. Der Zweitliga-13. kann immerhin Christoph Dabrowski und Yusuke Tasaka einplanen. Die beiden Profis kehren in den Kader zurück, sollen aber nicht in der Startelf stehen. Dabrowski hatte zuletzt gesperrt gefehlt. Tasaka ist von einer Knieverletzung genesen.

VfL-Coach Karsten Neitzel spricht den Schwaben die Favoritenrolle zu. „Wir müssen als Zweitligist schon über uns hinauswachsen, und der VfB darf keinen optimalen Tag erwischen. Das ist das Wichtigste“, sagte er. Für Sportvorstand Jens Todt steht vor dem Duell bei seinem früheren Club fest: „Das ist ein Highlight. Es ist doch schön, dass auch wir mal eine englische Woche haben.“ Mittelfeldspieler Christoph Kramer meinte kess: „Stuttgart ist nicht der FC Bayern, keine Übermacht.“

Auf persönliches Steigerungspotenzial setzt bei den Stuttgartern Vedad Ibisevic. Der zuletzt im Abschluss glücklose Stürmer hat gute Erinnerungen an den DFB-Pokal. Sein letzter Treffer datiert nämlich vom 19. Dezember des vergangenen Jahres. Beim 2:1 gegen den 1. FC Köln machte Ibisevic vor heimischer Kulisse den Einzug in die Runde der letzten Acht perfekt. Vielleicht ein gutes Omen.