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Seewald Versuch verläuft erfolgversprechend

Schwarzwälder-Bote, vom 08.12.2011 09:00 Uhr
Abgeerntet wurde kürzlich eine Versuchsfläche mit Weiden- und Pappelhölzern bei Besenfeld. Foto: Privat
Abgeerntet wurde kürzlich eine Versuchsfläche mit Weiden- und Pappelhölzern bei Besenfeld. Foto: Privat

Seewald-Besenfeld - Erstmals wurde eine so genannte Kurzumtriebs-Versuchsfläche mit Weiden- und Pappelsteckhölzern der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg bei Besenfeld abgeernet und zu Hackschnitzeln verarbeitet.Eigentümer der Fläche ist Florian Sackmann aus Besenfeld, der die Fläche in Kooperation mit der Rottenburger Hochschule angelegt hatte. Die schnell wachsenden Baumarten dienen der Energieholzgewinnung.

Die Fläche bei Besenfeld wurde im Frühjahr 2008 mit Weiden- und Pappelsteckhölzern bepflanzt. Für die Fachleute der Hochschule war sie interessant, weil die Höhenlage auf knapp 800 Metern Höhe für schnell wachsende Baumarten ungewöhnlich ist.

Doch der erzielte Zuwachs konnte mit dem auf tiefer liegenden Flächen mithalten. Nach drei Jahren waren beispielsweise die Weiden etwa sieben Meter hoch. Im Rahmen von Bachelor- und Projektarbeiten wurden zahlreiche Daten und Erkenntnisse von überregionaler Bedeutung in Besenfeld gewonnen.

Menge entspricht 10.000 Litern Heizöl

Das Ergebnis der Ernte konnte sich nach Auskunft von Göran Spangenberg von der Hochschule für Forstwirtschaft sehen lassen. Etwa 40 Tonnen Frischmasse wurden geerntet. Zusätzlich verbleiben noch viele Bäume am Feldrand, die später gehackt werden.

Genaue Auswertungen über die geerntete Holzmenge je Sorte folgen noch. Laut Spangenberg entsspricht die Holzmenge von rund 40 Tonnen Frischmasse knapp 10.000 Litern Heizöl, die dadurch ersetzt werden können. Aus 20 beziehungsweise 40 Zentimeter langen Stecklingen, die 2008 in die Erde gesteckt wurde, wuchsen in vier Jahren Bäume von bis zu zehn Metern Höhe und einem Durchmesser von fünf Zentimetern.

Mit dieser Fläche sollte herausgefunden werden, welche Zuwächse in dieser Höhenlage möglich sind und welche Sorten am besten geeignet sind. Die abgeernteten Stöcke sollen im nächsten Frühjahr wieder neu austreiben, so dass eine Neupflanzung nicht erforderlich ist. Dieser Zyklus wiederholt sich mehrfach und ist über 20 bis 25 Jahre möglich. Da die Wurzeln jetzt etabliert sind, erwartet man in den nächsten Jahren merklich höhere Zuwächse.

Bei der Holzernte waren neben Grundstücksbesitzer Florian Sackmann und Göran Spangenberg sechs Studierende der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg dabei. Florian Sackmann übernahm mit einer Rückemaschine den Transport der Bäume zum Hacker und unterstützte die Ernte. Die vier Bioenergie-Studenten begleiten diese Ernte im Rahmen einer Projektarbeit.

Die Ernte erfolgte mit Motorsägen. Es gibt aber auch Erntemaschinen, die in einem Arbeitsgang ernten und hacken (Maishäcksler mit Spezialvorsatz). Da aber verschiedene Sorten und Begründungsvarianten untersucht werden und die jeweiligen Varianten separat gewogen werden sollten, war dieses Verfahren nicht möglich. Die Hackschnitzel bekommt ein Unternehmen aus dem Nordschwarzwald, das damit größere Feuerungsanlagen auf Hackschnitzelbasis beheizt.

Die Summe von Kurzumtriebsflächen mit schnell wachsenden Baumarten ist in Deutschland noch relativ gering (2010 etwa 2500 Hektar bei einer Gesamtackerfläche von rund 11,9 Millionen Hektar). Durch das sehr hohe Einsparpotenzial an klimaschädlichen Gasen sollen diese Flächen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ein Hektar Kurzumtriebsholz kann bei üblichen Zuwächsen etwa 4500 Liter Heizöl pro Jahr ersetzen. Schnell wachsende Baumarten können auf vielen unterschiedlichen Standorten, auch auf ackerbaulichen Grenzertragsstandorten, angebaut werden. Der Arbeits- und Energieaufwand für den Anbau ist gering. Durch den jährlichen Laubabfall und die Bodenruhe wird das Bodenleben gefördert.

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