
Von Steffi Prutschke
Seewald-Besenfeld. Rund 70 Mitglieder begrüßte der Vorsitzende Jochen Bier zur Hauptversammlung des Waldbesitzervereins Nordschwarzwald in der Seewaldhalle in Besenfeld. Eine wichtige Rolle spielte, wie auch beim nachfolgenden Holz- und Waldtag, der geplante Nationalpark (wir berichteten). Aufgrund eines Antrags stand die Diskussion über eine Positionierung des Waldbesitzervereins auf der Tagesordnung. Die Anhörung und anschließende Abstimmung ergab ohne Gegenstimme eine Positionierung gegen den Nationalpark. Da die Waldbesitzer insbesondere wegen ihren eigenen Erfahrungen die für sie wesentlichen Fragen bereits beantwortet wissen, sahen sie keinen Grund mit einer Positionierung das Gutachten, das die Landesregierung in Auftrag gibt, abzuwarten.
Vorsitzender Jochen Bier berichtete im Namen der Schriftführerin von den Aktivitäten im vergangenen Jahr. So hatte sich der Ausschuss entschieden, statt eines Ausflugs eine Info-Veranstaltung zum Thema Nationalpark Anfang Oktober zu organisieren, die gut besucht wurde. Der geplante Nationalpark habe das ganze Jahr geprägt und viel Zeit geraubt, betonte Bier. Abgesehen von diesem Thema sei die forstliche Entwicklung aber zufriedenstellend gewesen. Jochen Bier bedauerte zudem beim Holz- und Waldtag, dass von der Politik scheinbar arglos in Kauf genommen werde, dass bei den Diskussionen um den Nationalpark schwer zu schließende Gräben zwischen den Bürgern entstehen können. Kassierer Karl Frey aus Baiersbronn berichtete von den Kontenbewegungen des Waldbesitzervereins, und Kassenprüfer Friedrich Killguß aus Loßburg bestätigte auch im Namen seines Kollegen Gerhard Kappler aus Freudenstadt eine gut geführte Kasse.
Seewalds Bürgermeister Gerhard Müller übernahm die Entlastung, die von der Versammlung einstimmig erteilt wurde. Er hob dabei hervor, dass er die Waldbesitzer vom Vorstand auch hinsichtlich des geplanten Nationalparks gut vertreten sehe.
Forstdirektor Eugen Granacher referierte beim Holz- und Waldtag über die Holzpreise. Granacher bezeugte ein gutes Forstjahr 2011, mahnte jedoch, dass diese Situation nicht von Dauer sein werde. Da die Verträge für das erste Halbjahr 2012 abgeschlossen seien, könne er für starkes und qualitativ gutes Holz den Einschlag empfehlen, bei schlechterem Starkholz riet er zur Zurückhaltung.
Generell verkaufe das Kreisforstamt vorzugsweise Holz an regionale Sägewerksbetriebe, berichtete Granacher, sofern deren Preisvorstellungen realistisch seien. Die Preise im Leitholzsortiment seien minimal rückläufig und auf 96 Euro gesunken. Granacher betonte außerdem, dass auf die zunehmenden Reh- und Rotwildbestände zu achten sei und der Jagddruck steigen müsse. Tannen- und Plenterwaldbetriebe seien wirtschaftlich und würden höchste Stabilität garantieren.