Seewald Einwohner sollen abstimmen

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Protest gegen den Nationalpark gab es von Anfang an auch in Seewald. Archiv-Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Monika Braun

Seewald. Die Gemeinde Seewald wird sich an einer Bürgerbefragung zum geplanten Nationalpark Nordschwarzwald beteiligen. Das entschied der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend bei zwei Gegenstimmen. Auch die Gemeinden Bad Wildbad, Baiersbronn, Enzklösterle und Freudenstadt planen eine Befragung ihrer Bürger. "Ich denke, wenn wir uns da anschließen, ist das ein guter Weg", sagte Bürgermeister Gerhard Müller. In der Befragung erhalte jeder Bürger die Möglichkeit, seine Meinung kundzutun, ohne gleich persönlich angegriffen zu werden.

Gemeinderätin Karin Bosch von der Frauenliste fragte nach den Kosten, die durch eine Bürgerbefragung entstehen, und wies darauf hin, dass das Ergebnis keinerlei Einfluss auf die Entscheidung habe. "Ich sehe es als rausgeschmissenes Geld an, daher stimme ich auch dagegen", erklärte Bosch, die sich mehr Offenheit wünschte. Die Menschen in der Region hätten sich von der Natur entfernt, so die Gemeinderätin weiter.

Die Landesregierung habe mehr Bürgerbeteiligung angekündigt, konterte Gemeinderat Richard Koch (Vereinigter Seewald, VS). In Sachen Nationalpark sehe es da ganz anders aus. Karin Bosch wies darauf hin, dass es viele Nationalparks gebe. Manche Bürger hätten sich in der Frage pro oder kontra bewegt, doch vielen fehle auch die notwendige Sachkenntnis. Karl Sackmann (VS) erinnerte an die Risiken einer Borkenkäferplage: "Es geht um Sachvermögen. Wenn der Wald tot ist, kriegen wir es nicht mehr hin. Die Leute wissen doch gar nicht, was sie tun – was uns die Politik vorlebt, ist eine Katastrophe", empörte sich Sackmann.

Bürgermeister Gerhard Müller beendete die Diskussion und erinnerte den Gemeinderat daran, dass man sich darauf geeinigt habe, das Gutachten zum Nationalpark abzuwarten. Daher werde das Thema sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt aufgearbeitet und diskutiert.

Die Kosten für eine informelle Bürgerbefragung in Seewald, etwa durch eine Briefwahl, schätzte der Rathauschef auf rund 2400 Euro. Bei einem formellen Verfahren im Stil einer Wahl würden die Kosten sicherlich entsprechend ansteigen.

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