Von Stefanie Prutschke

Seewald-Besenfeld. Der geplante Nationalpark war das beherrschende Thema beim Holz- und Waldtag des Waldbesitzervereins Nordschwarzwald in der Seewaldhalle in Besenfeld (wir berichteten). Gastredner waren Jerg Hilt, Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg, sowie Joachim Prinzbach, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald.

Vorsitzender Jochen Bier freute sich, dass er neben dem Ersten Landesbeamten des Kreises Freudenstadt, Klaus-Ulrich Röber, auch Norbert-Jakob Ferch, neuer Leiter des Landwirtschaftsamts am Landratsamt Freudenstadt, Oberforstrat Johannes Fünfgeld vom Landratsamt Calw, den stellvertretenden Fraktionsgeschäftsführer der Landes-FDP, Manfred Berberich, und die ehemalige Landtagsabgeordnete Beate Fauser begrüßen konnte.

Bier ging in Sachen Nationalpark auf die zuletzt veröffentlichte Kritik des Ministerpräsidenten an den Nationalparkgegnern ein, die Bier so nicht stehen lassen wollte. Es stimme wohl, dass die Fläche mit zehn mal zehn Kilometern für Baden-Württemberg relativ klein sei, für den Nordschwarzwald jedoch nicht und erst recht nicht für einzelne Gemarkungen wie beispielsweise Baiersbronn. Richtig sei ferner, dass bei noch keinem vergleichbaren Projekt die Bürger so intensiv einbezogen wurden. Allerdings beschränke sich dies auf reinen Informationsfluss. Einfluss oder Mitsprache seien offensichtlich nicht erwünscht, da in die mit insgesamt weit über 100 Personen besetzten Arbeitskreise beim Gutachterausschuss keine einzige Person von Bauernverband, Forstkammer oder Waldbesitzerverein Nordschwarzwald berufen worden sei.

Jerg Hilt teilte hinsichtlich des geplanten Nationalparks mit, dass sich die Forstkammer diesem gegenüber kritisch positioniere und erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Fahrt in den Bayerischen Wald. Grundsätzlich halte er das große Beteiligungsverfahren für eine gute Sache. Er bedauere jedoch, dass die Kritiker nicht ernst genommen werden und nicht willkommen seien. Dass es in den Diskussionen viel mehr um das Wie statt um das Ob eines Nationalparks gehe, bedauere er ebenfalls, so Hilt. Die Landesregierung sei sehr wohl temporärer Waldeigentümer in Baden-Württemberg, allerdings ende die Eigentümerfreiheit da, wo Interessen anderer Eigentümer insbesondere von Angrenzern, beeinträchtigt werden. Er sei gespannt, ob das Gutachten die Ängste und Sorgen der Forstkammer ausräumen kann.

Dabei gehe es um zuverlässige Lösungen hinsichtlich des Borkenkäferbefalls, um die Auswirkungen auf den Holzmarkt um die Verhinderung der zunehmenden Verbiss-Schäden durch das Rotwild und darum, welche Botschaft der Nationalpark über den Wald vermitteln will und ob nur ein stillgelegter Wald ein echter Wald sein kann.

Hilt ging zudem auch auf die Novellierung des Landesjagdgesetzes und die Förderung der Privatwaldbesitzer ein. Da die Forstkammer die Interessen der kommunalen und privaten Waldbesitzer vertrete, sei es wichtig, dass möglichst viele Waldbesitzer in der Forstkammer organisiert seien.

Joachim Prinzbach stellte im Anschluss die Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald und deren Tätigkeitsbereiche vor. Die Holzmarktsituation veranschaulichte er anhand verschiedener Beispiele und bemerkte, dass Deutschland in der Schnittholzproduktion weltweit an vierter Stelle hinter den USA, Kanada und Russland liege. Das Leitsortiment Fichte 2b bis 3b erbringe in diesem Halbjahr etwa 93 Euro je Festmeter. Das Schleif- oder Papierholz sei sogar auf beinahe historischem Preisniveau, teilte der Experte mit.