
Von Helga Michel Seewald. Eine echte Fleißarbeit hat die Feuerwehr Seewald geleistet und einen 47-seitigen Feuerwehrbedarfsplan erstellt. Und der zeigt auch, wo in der Gemeinde in Sachen Brandschutz Risiken liegen.Gesamtkommandant Uwe Gutekunst und Kreisbrandmeister Frank Jahraus stellten bei der jüngsten Gemeinderatssitzung den Bedarfsplan vor. Er beschreibt die feuerwehrtechnisch relevanten örtlichen Verhältnisse und bildet die Grundlage für die Aufstellung und Ausrüstung der Feuerwehr.
Der Bedarfsplan bewerte unter anderem auch das örtliche Risiko, so Gutekunst. Und diese Bewertung habe nicht dazu beigetragen, dass er nun besser schlafe. Denn es gebe in jedem Ortsteil Objekte, bei denen die Feuerwehr im Brandfall den zweiten Rettungsweg, also über Rettungsgeräte der Feuerwehr, nicht sicherstellen könne. Es sei erforderlich, dass sämtliche Feuerwehrabteilungen mit einem Fahrzeug ausgerüstet werden, auf dem eine dreiteilige Schiebeleiter verladen werden kann. Die Steckleitern, über die alle Abteilungen verfügen, reichen ab drei Stockwerken nicht aus. Die Feuerwehr in Seewald hat insgesamt 117 Mitglieder, davon 28 Aktive in der Abteilung Besenfeld, 17 in Erzgrube, 22 in Göttelfingen und 20 in Hochdorf. Die Jugendfeuerwehr hat 29 Mitglieder, die Altersabteilung (Hochdorf) vier.
Erfasst sind im Feuerwehrbedarfsplan der Ausbildungsstand, wer in der Regel tagsüber vor Ort ist und die Zahl der Einsätze in den vergangenen Jahren, aber auch die Leistungsfähigkeit. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob bei den Einsätzen die erste Gruppe innerhalb von zehn Minuten an der Einsatzstelle war. Das wurde zum Beispiel in Besenfeld in 58 Prozent der Fälle erreicht, bei der Abteilung Erzgrube, die allerdings weit weniger Einsätze hat, zu 100 Prozent. Dabei, so Gutekunst im Gespräch mit unserer Zeitung, komme es natürlich auch darauf an, wie weit die Wege zum Einsatzort sind.
Der Bedarfsplan geht zudem auf einzelne Objekte und Einrichtungen mit besonderer Nutzung oder Gefährdung ein wie den Windpark Simmersfeld oder die Nato-Pipeline, listet Firmen, Hotels und Gaststätten ebenso auf wie öffentliche Gebäude und Einrichtungen sowie Bauten mit größeren Photovoltaik-Anlagen.
Aus der Erfassung der Daten ergibt sich, welche Fahrzeuge in den kommenden Jahren benötigt werden. Gutekunst machte deutlich, dass sich die Feuerwehr dabei auf das Nötigste beschränkt habe: "Wir wollen die Ortsteile nicht über Gebühr ausrüsten." Ein großes Lob gab es von Gemeinderat Thomas Frey für die Erstellung des Bedarfsplans. Er werde sicher dazu führen, dass der Gemeinderat positiver an das Thema herangehe, wenn es um die Beschaffung von Material gehe.
Der Bedarfsplan schlägt sich schon im aktuellen Haushalt nieder. Für die Abteilung Göttelfingen sollen ein Staffellöschfahrzeug und ein neuer Mannschaftstransporter gekauft werden. Damit die beiden Fahrzeuge auch untergebracht werden können, wird zudem eine Garage mit zwei Stellplätzen gebaut. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung einstimmig, dafür die Anträge auf Fördermittel zu stellen. Bürgermeister Gerhard Müller rechnet damit, dass die Förderanträge bis Juli genehmigt werden. Klappt das, könne nach der Sommerpause in die Detailplanung für das neue Gebäude, das rund 230 000 Euro kosten wird, eingestiegen werden. Das Gebäude könne Ende 2013 fertig sein, so Müller, erst dann sollen die neuen Fahrzeuge beschafft werden.
Müller hob die Bedeutung des Bedarfsplans hervor, der Anhaltspunkte gebe, was notwendig ist, um Risiken zu minimieren. Er dankte der Feuerwehr für die Erstellung des Bedarfsplans. Das habe der Gemeinde einiges an Geld gespart.