
Von Helga Michel
Seewald. Die Gemeinde steht zwar finanziell nicht schlecht da. Was die Investitionen angeht, will sich Seewald trotzdem auf das Nötigste beschränken.Der Gemeinderat segnete in seiner jüngsten Sitzung den Haushaltsplanentwurf für dieses Jahr einstimmig ab. Positive Nachrichten präsentierte Kämmerer Jens-Mathias Bächle dem Rat gleich zu Beginn der Haushaltsplanberatung. Das vergangene Jahr hat sich für die Gemeinde weit besser entwickelt als gedacht. So hat die Gemeinde gegenüber dem Planentwurf Mehreinnahmen sowohl bei der Gewerbesteuer als auch beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer und den Schlüsselzuweisungen. Zwar seien auch Mehrkosten entstanden, doch der Kämmerer geht davon aus, dass der Rücklage voraussichtlich nur 100 000 Euro entnommen werden müssen. Im Plan war von der doppelten Summe ausgegangen worden. Der Vermögenshaushalt 2012 hat ein Volumen von 926 000 Euro (Vorjahr: 775 100 Euro), der Verwaltungshaushalt von 6,07 Millionen Euro (5,512). Die Realsteuerhebesätze bleiben unverändert.
An den Vermögenshaushalt ist eine Zuführung in Höhe von 100 000 Euro (68 400) vorsehen. Diese Steigerung gegenüber 2011 zeige, dass sich die Leistung aus dem Verwaltungshaushalt etwas verbessert habe, allerdings komme man an die Zuführungsraten des Jahres 2008 und der Zeit davor nicht mehr heran, erläuterte Bächle. Der Verwaltungshaushalt sei noch steigerungsfähig, zum Beispiel durch die Senkung von Energiekosten und die Erhöhung von Gebühren. Die Zuführung in Höhe von 100 000 Euro ist in Seewald gleichzeitig die Nettoinvestitionsrate, da die Gemeinde keine Tilgungen leisten muss. Auch in diesem Jahr sind keine Kreditaufnahmen vorgesehen, so dass Seewald weiterhin schuldenfrei bleibt. Aus den Rücklagen ist eine Entnahme von knapp 190 000 Euro geplant (Vorjahr 202 000). Der Stand Ende 2012 läge damit bei rund 450 000 Euro.
Veränderungen ergeben sich im Verwaltungshaushalt unter anderem bei den Personalkosten, die um 40 000 Euro ansteigen – zum einen wegen tariflicher Lohnerhöhungen, zum anderen wegen zusätzlicher Stellen in der Kindertagesstätte Besenfeld und für die verlässliche Grundschule. Insgesamt hat sich der Zuschussbedarf für den Kindergarten Besenfeld trotzdem um fast 4000 Euro verringert. Das liegt an einer deutlichen Steigerung der Zuschüsse und an den Benutzungsentgelten für die neue Kleinkindgruppe. Insgesamt sei der Haushalt vorsichtig kalkuliert.
Kräftig ins Geld geht für Seewald die Erhöhung des Kreisumlagesatzes – für die Kreisumlage sind 730 500 Euro angesetzt, 2011 waren es noch 645 500 Euro. Größte Vorhaben im Vermögenshaushalt sind der Kauf von zwei Fahrzeugen und der Bau einer Fahrzeughalle für die Feuerwehrabteilung Göttelfingen (wird auf zwei Jahre finanziert), die Umgestaltung des Außenbereichs des Kindergartens Besenfeld, die Restfinanzierung der Ortsdurchfahrt Eisenbach, die Verglasung der Aussegnungshalle und ein WC-Anbau auf dem Friedhof Göttelfingen sowie eine Konzeption für die Nachnutzung der Bruderhaus-Anlage in Schernbach.
Als Großprojekt bezeichnete Bürgermeister Gerhard Müller die Flurneuordnung. Noch in den Haushaltsplan mit aufgenommen wurden folgende Flurberereinigungsprojekte: Höhenäcker und Zaunäcker in Göttelfingen sowie Sonnenblick, Kapplerhof, Brunnenstraße und Leger-Rundweg in Besenfeld. Das schlägt sich mit Ausgaben von 485 000 Euro nieder, allerdings steht dem ein Zuschuss von 81 Prozent entgegen, so dass auf die Gemeinde 92 000 Euro entfallen.