
Schwenningen (wk). Auf hohem Niveau und von französischem Flair geprägt war das Jahreskonzert des Musikvereins. Zum Auftakt des zweistündigen Konzertes führte die Jugendkapelle unter der Leitung von Sebastian Deufel mit "Abba-Gold", "Nesaja" und "Lion King" die zahlreich erschienenen Zuhörer gleich dreifach in die Welt des Musicals.
Nach der Pause traten die Frauen und Männer des Musikvereins unter Leitung von Jürgen Gruhler auf. Sophia Gölz führte durch die Liedfolge. Harte Trommelwirbel, sattes Posaunen- und Trompetenspiel und das feine Zwitschern von Klarinetten, Querflöten oder Piccolo ließen verschiedene Stimmungen aufleben.
Mit dem "Entry March of Paris", auch bekannt als "Pariser Einzugsmarsch", wurde der gemeinsame Sieg von England und Preußen gegen Napoleon bei Waterloo 1814 musikalisch festgehalten. Im März 1866 erlebte dann das Theaterstück "Leichte Kavallerie", das der Musikverein ebenfalls bot, seine Uraufführung am Carl-Theater in Wien. In dieser Operette von Franz von Suppé wurde in der Zeit um 1750 auf der Burg Rheinfels die Frage beantwortet, wie man die Lotterwirtschaft des damaligen Landesherrn beenden konnte.
Danach präsentierte der Musikverein Auszüge aus dem Musical "Les Misérables", das auf dem Roman "Die Elenden" von Victor Hugo basiert, und erinnerte mit "Et Maintenant" an den Weltstar Gilbert Bécaud.
Chaotisch ging es beim folgenden Stück "Grand Filou" auf der Bühne zu: Die Musiker taten alles Mögliche, um ihren Musikdirektor Jürgen Gruhler auf die Palme zu bringen. Das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus, als bei den Musikanten alle Sicherungen durchbrannten. Mit dem Aufblasen von Luftballons, einem Barbier in den Reihen der Kapelle oder mit einem Schwerterkampf von Musikern mit ihrem Maestro hatte niemand rechnen können.
Danach ging es weiter mit "Non, je ne regrette rien", zu Deutsch "Nein, ich bereue nichts", mit dem Komponist Charles Dumont seiner großen Liebe Edith Piaf ein musikalisches Denkmal setzte.
Nach dem Schlussapplaus dankte Vorsitzender Norbert Fritz beiden Kapellen und ihren Leitern sowie den durch das Programm führenden Simon Krisch und Sophia Gölz mit Geschenken. Auch die sieben jungen Tänzerinnen, die einen "Can Can" zeigten, durften sich Beifall und Geschenke abholen.
Als Zugabe und in Anspielung auf die deutsch-französische Freundschaft gab der Musikverein "Alte Kameraden" zum Besten.