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Schwarzwald-Baar-Kreis Wolf wird bald wieder auftauchen

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Der Vormarsch von Meister Isegrim nach Süddeutschland ist nicht aufzuhalten, meint Reinhold Mayer. Foto: Wagner

Schwarzwald-Baar-Kreis - Das Thema gilt als "heißes Eisen": Bei Bad Dürrheim wurde im vergangenen Jahr ein Wolf gesehen, im Schluchsee in diesem Jahr ein erschossenes Tier gefunden. "Ich glaube, wir werden schon bald wieder ein Exemplar hier sehen", ist Reinhold Mayer überzeugt.

"Der Wolf wandert nach Süddeutschland ein. Das Thema wird sehr emotional diskutiert", erklärt der Dezernent für den ländlichen Raum beim Schwarzwald-Baar-Kreis. Wohin Isegrim, wie der Wolf in der Fabel und im Märchen genannt wird, im vergangenen Jahr verschwand, ist ungewiss. Es war eine Wölfin. Klar ist, dass es sich bei dem toten Wolf im Schluchsee um ein anderes Tier handelt, einen Wolf, der zuvor bei Überlingen gesichtet worden war, und der vermutlich aus Osteuropa eingewandert war. Von dort und aus dem Alpenraum kommen die Tiere, die sich als Jungtiere in einem Rudel neuen Lebensraum und Partner suchen müssen, und dabei weite Strecken zurücklegen. "Die Wölfe kommen aus der Lausitz, aus dem Alpenraum oder aus Ostdeutschland", weiß Mayer. Und er meint: "Eigentlich gehört der Wolf hierher, in diesen Lebensraum." Doch inzwischen sei die Landschaft hier stark besiedelt und von Straßen geprägt. "Ich sehe, dass unsere Lebensräume nicht geeignet sind. Anders als in Ostdeutschland, wo weite Gebiete wenig besiedelt sind. "Auf dem Rohrhardsberg zum Beispiel könnte der Wolf einen Lebensraum finden", meint Mayer. Er sieht durchaus einen Konflikt mit der Nutztierhaltung. Empfohlen werden spezielle Zäune. Im Internet finden sich Anbieter von Elektrozäunen zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen. Diese hohen Zäune sind auch in hügeliger Topografie wie im Schwarzwald geeignet. Außerdem werden zusätzlich spezielle Hütehunde empfohlen. Sie allein reichen wohl nicht.

Allerdings ernähren sich Wölfe vor allem von Rehwild. Das findet Missbilligung der Jäger, die für eine Jagdpacht gezahlt haben. "Man kann nicht ausschließen, dass der Wolf ein Weidetier reißt", sagt Mayer. Bei Schäden an Nutztieren, wie zum Beispiel Schafe, Rinder, Gehegewild und Hunden kann über den Ausgleichsfonds Wolf Baden-Württemberg eine Ausgleichszahlung beantragt werden.

Allerdings muss dokumentiert sein, dass tatsächlich ein Wolf die Tiere getötet hat.

"Man muss auf die Belange der Weidetierhalter Rücksicht nehmen", sagt Reinhold Mayer: "Ich glaube, dass der Dialog wichtig ist ". Ob sich im Schwarzwald tatsächlich ein Rudel etablieren werde, müsse man sehen. "Das Hauptproblem ist, dass der Wolf die Weidetiere sehr stark beunruhigt." Ihn generell zum Abschuss freigeben, das, so Mayer "funktioniert nicht." Die Jäger diskutierten das Thema Wolf zwiespältig, erzählt Mayer, der in Tennenbronn wohnt und selbst Jäger ist. Auch seine Frau geht auf die Jagd. "Wenn Sie ein Wolfsrudel im Revier haben, kann das schon problematisch werden, weil die Tiere sich hauptsächlich vom Rehwild ernähren. Das nimmt den Jagdpächtern den Ertrag".

Mitteleuropäische Wölfe wiegen bei einer Schulterhöhe von 70 Zentrimetern durchschnittlich 40 Kilo. Im Unterschied zu Schäferhunden sind Wölfe deutlich hochbeiniger. Die Ohren sind relativ klein und dreieckig, der gerade und buschige Schwanz wird herabhängend getragen. Häufig haben Wölfe eine schwarze Schwanzspitze und einen dunklen Sattelfleck. Wölfe leben in Rudeln, die sich als Familienverband aus den Elterntieren und wechselnden Mitgliedern nachfolgender Generationen zusammensetzen. Paarungszeit ist Februar und März. Zwei Monate später werden durchschnittlich vier bis sechs Welpen geboren. Im Alter von zehn bis 22 Monaten suchen Jungwölfe nach eigenen Territorium und legen dabei oft mehrere 100 Kilometer zurück. Wölfe in Europa leben unter anderem in den italienischen und französischen Alpen. 2011 wurden dort 30 Rudel vermutet, inzwischen dürften es deutlich mehr sein. Wölfe stehen in Mitteleuropa unter internationalem Rechtsschutz und dürfen nicht erlegt werden.

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