
Von Michael Bundesmann
Man lernt nie aus in der Sportwelt! Der Unterkirnacher Josef Beha, im Vorjahr Sieger beim Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen, sagte seine angestrebte Titelverteidigung ab und will stattdessen im bayerischen Erding mit neun weiteren Ausdauersportlern den Weltrekord im Schwimmbad-Rutschen knacken.Die bisherige Rekordmarke liegt bei 322 Kilometer Rutschen innerhalb von vier Stunden. Josef Beha soll am Samstag, 8. Oktober, in diesem Zehner-Team seinen Anteil zum Gelingen beitragen, wird um die 100 Mal die Rutschbahn-Treppe hochjagen und dann auch nur wenig Erholungspause bei der nassen Abfahrt durch die Röhre haben. "Das sind 2000 Höhenmeter. Das wird mich viel mehr Kraft kosten als ein Marathon." Das Bräunlinger Event steigt am Sonntag, 9. Oktober – Terminüberschneidung.
Wie das 30-jährige Lauf-Ass überhaupt auf diese Idee kam. "Ich habe eine Sendung übers Schwimmbad-Rutschen bei "Kabel 1" gesehen und mich sofort auch beworben." Beim Casting vor drei Wochen bewies Josef Beha, dass er der richtige Mann für diese nasse Disziplin ist. "Unsere Mannschaft besteht ausschließlich aus Triathleten und Läufern", verrät er. Speziell trainiert hat er zuletzt nicht darauf. Behas Taktik: "Ich werde die vier Stunden durch die 100 Runden gedanklich teilen, nach den ersten Runden habe ich dann ein Zeitgefühl dafür, ob ich vom Tempo her richtig liege. Und sein eigentlich geplanter Start in Bräunlingen in zehn Tagen? "Die Absage fiel mir schon etwas schwer, aber andererseits, so viele Gelegenheiten im Leben mal etwas Außergewöhnliches zu machen, bekommt man ja auch nicht", schmunzelt der Unterkirnacher, der sich auf den Tag X im Erdinger Hallenbad richtig freut.Klaus Banka, Organisationschef des Bräunlinger Marathons, hat die Absage von Josef Beha vor einigen Tagen per Mail erhalten und zeigt sich enttäuscht: "Immerhin ist er Titelverteidiger. Er wäre doch unser Zugpferd aus regionaler Sicht gewesen, ich kann seinen Grund wirklich nicht nachvollziehen."
Dafür läuft aber die Vorbereitung für die 44. Auflage in Bräunlingen perfekt. Vorgestern lagen schon rund 1800 Meldungen (410 Marathon, 910 Halbmarathon, 250 für Zehn-Kilometer und 120 Nordic-Walker) vor. Übrigens: Klaus Banka hat am Sonntag beim Berliner Marathon eine Wette gewonnen, feierte nach vielen Jahren persönlicher Marathon-Pause und nur elfwöchiger Vorbereitung ein Comeback unter der Wettmarke von sechs Stunden (5:43,00). "Es war ein tolles Erlebnis in Berlin." Jetzt muss eine Organisationskollegin Bankas, die die Wette somit verlor, beim 100-Kilometer-Lauf in Biel an den Start.