Schwarzwald-Baar-Kreis - Ungebremst in die Fasnet? Das soll es künftig für Anhänger bei den Umzugswagen nicht mehr geben. Die Wagenbauer müssen sie nachrüsten, wenn Bremsen fehlen. Die Love Parade in Duisburg hat außerdem den Sanitätsdienst bei Umzügen wieder mehr in den Vordergrund gerückt.

Sehr großen Zuspruch fand eine Informationsveranstaltung im Landratsamt, bei der sich die Zünfte im Kreis über rechtliche Vorschriften informieren konnten.

Besonders die Bremsen bei Anhängern standen dabei dieses Jahr im Fokus. Fritz Reichmann, der beim TÜV Süd für die Abnahme der Wagen zuständig ist, erzählte, dieses Jahr habe es zwei bis drei Beanstandungen an Bremsen gegeben, weswegen diese Wagen bei Veranstaltungen »stehen geblieben« seien. »Allerdings hatten diese kein Gutachten«, machte er auf die Bedeutung seiner Arbeit aufmerksam. Es sei wichtig, dass auch Anhänger mit einer Bremse ausgestattet seien. »Schwerwiegende Probleme mit den Fasnachtswagen hat es in den vergangenen Jahren aber nicht gegeben«, sagte der Fachmann.

Die Tatsache, dass die Bereitstellung eines Sanitätsdienst bei Veranstaltungen notwendig sein kann, überraschte einige Vertreter der Zünfte. Diese Regelung ist aber keineswegs neu. Seit der Love-Parade in Duisburg sei sie wieder in den Fokus gerückt, erklärte Antje Schulz vom Straßenverkehrsamt, die den Sanitätsdienst als ihr »direktes Anliegen« bezeichnete. »Aber nicht in jedem Dorf braucht es einen Krankenwagen«, macht sie klar. Das sei von Veranstaltung zu Veranstaltung anders. »So sind Sie aber abgesichert, wenn auf ihrer Veranstaltung etwas passieren sollte«, erklärte Schulz. Organisatoren einer Fasnets veranstaltung müssen von einem Hilfsdienst wie DRK oder Malteser eine Bedarfsanalyse für etwaig benötigte Sanitätsdienste wie Notärzte erstellen lassen und Angebote einholen. »Es könnte schon Preisunterschiede geben«, meint Schulz.

Ralf Pahlow, seit kurzem Leiter des Straßenverkehrsamts, stellte das Thema Sicherheit in den Fokus. »Wir wollen die Zünfte durch gewisse Vorschriften nicht ausbremsen, sondern eine unbeschwerte Fasnacht garantieren«, machte er zu Beginn der Veranstaltung im voll besetzten Saal des Landratsamtes deutlich.

»Für die kommende Fasnacht sind bereits viele Anträge gestellt worden«, sagte Erika Behr, die im Kreis für die Ausnahmegenehmigungen zuständig ist. Seit kurzem stellt letztere das Landratsamt selbst aus, nicht wie bisher das Regierungspräsidium. Trotzdem sollten Anträge frühzeitig gestellt werden.