Schwarzwald-Baar-Kreis Martin Knosp: Freistil-DM keine Werbung für unsere Sportart
Schwarzwälder-Bote, 17.05.2012 16:00 Uhr
Südbadens Verbandschef Martin Knosp rügte den Deutschen Ringerbund und den Weltverband in finanzieller Hinsicht.Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Lothar Herzog Beim Südbadischen Ringerverband (SBRV) gibt es allen Grund, zufrieden zu sein und zuversichtlich nach vorne zu blicken.Durch einen famosen Endspurt bei der B-Jugend, und dies in beiden Stilarten, konnte in der Gesamtbilanz aller Deutschen Einzel-Meisterschaften 2012 die Länderwertung gewonnen werden.
Die Südbadener liegen in der Endabrechnung mit 629 Punkten knapp vor Bayern (627) und Württemberg (617). Die erzielten Ergebnisse bei der B-Jugend führte Präsident Martin Knosp bei der Hauptausschusssitzung in Gutach-Siegelau auf die hervorragende Arbeit sowohl in den Vereinen wie auch am Olympiastützpunkt Freiburg zurück.
Lediglich die unbefriedigenden Teilnehmerzahlen bei den Südbadischen Meisterschaften im Altersbereich der Männer tadelte der Präsident. Da seien in erster Linie die Vereine gefordert, ihre Athleten zu schicken. "An der RG Waldkirch-Kollnau und dem SV Triberg hat es sicherlich nicht gelegen. Die haben die Titelkämpfe in vorbildlicher Form ausgerichtet", lobte Knosp die Gastgeber. Die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen im freien Stil bezeichnete der Verbandschef als Armutszeugnis, die keine Werbung für das Ringen sein konnten.
Ausschlaggebend seien insbesondere das Fehlen von Top-Athleten, die geringen Teilnehmerzahlen sowie das Wettkampfsystem gewesen. Mit den Finanzen, die Vizepräsident Verwaltung Werner Schüler erläuterte, könne der Verband ebenfalls sehr zufrieden sein. Es sei sparsam gewirtschaftet, ein kleiner Überschuss erzielt und die Rücklagen erhöht worden. Die vorhandene Reserve sei aber notwendig, um den laufenden Sportbetrieb bei geringer werdenden Zuschüssen aufrecht erhalten zu können. Auch neige der Deutsche Ringerbund (DRB) immer mehr dazu, Sportler zu Maßnahmen auf Landeskosten einzuladen wie jüngst die Olympia-Qualifikationsturniere. Dies sei für ihn nicht nachvollziehbar, da andererseits es sich der DRB erlaube, einen riesigen Trainer- und Betreuerstab zu finanzieren, kritisierte Knosp.
Auch der Ringerweltverband trage durch eine unnötige "Abzocke" zu einer Gefährdung des Ringkampfsports bei. Der jüngste Beschluss, künftig auch bei FILA-Turnieren von Kadetten Filamarken zu verlangen, führe zu einer erheblichen Belastung der Verbände und habe zur Folge, dass solche Wettkämpfe nur noch spärlich besucht würden, befürchtet der Urloffener. Das Mannschaftsringen sei ein wichtiges Standbein im Deutschen Ringkampfsport. Die Entwicklungen in den Bundesligen hätten in den letzten Monaten jedoch einen erheblichen Imageschaden verursacht.
Welche Anderungen kommen nach den Olympischen Spielen?
Der Trend der Spitzenclubs, die Nachwuchsförderung zu vernachlässigen und lieber ausländische Athleten zu verpflichteten, setze sich langsam auch in den Ligen des Verbandes fort. Zum Glück habe der SBRV dies durch eine Beschränkung des Einsatzes von nichtdeutschen Sportlern im Griff. Gespannt darauf sein dürfe man, welche Änderungen der Ringkampfregeln nach den olympischen Spielen kämen. Eine Umsetzung in der im September beginnenden Wettkampfrunde sei aber eher unwahrscheinlich, so Knosp, der die harmonisce Zusammenarbeit im Präsidium trotz teilweise heftigen Diskussionen hervorhob.



