Von Michael Eich

Karlsruher SC II – FC 08 Villingen 0:0 Mit einem 0:0 kehrte der FC Villingen von seiner Auswärtspartie beim ebenfalls abstiegsgefährdeten Karlsruher SC II zurück.

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Angesichts der Chancenverteilung entsprach das Unentschieden den gezeigten Leistungen. Die Begegnung im Schatten des Wildparkstadions dürfte der letzte Auftritt der Nullachter in diesem Jahr gewesen sein. Aufgrund des Wintereinbruchs im Schwarzwald ist im heimischen Friedengrund eine Austragung der Partie gegen die Stuttgarter Kickers II und des Nachholspiels gegen den VfR Mannheim wohl nicht mehr möglich.

Beim "kleinen" KSC, der sich mit gleich fünf Akteuren aus dem Profikader verstärkt hatte, legten sich die Villinger allerdings noch einmal voll ins Zeug. Auf dem Kunstrasen hatten die Nullachter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Schneefall allerdings Glück, dass bereits in der ersten Minute Keeper Marijan Huljic reaktionsschnell gegen Patrick Dulleck abwehrte. Anschließend übernahmen aber die schnell kombinierenden Villinger das Kommando auf dem Platz und kreuzten immer wieder gefährlich am und im KSC-Strafraum auf. Nur mit der Chancenauswertung haperte es wieder einmal. Nach einer Ketterer-Flanke ging eine Direktabnahme von Mansur Mansuroglu (8.) knapp drüber. Drei Minuten später flankte erneut Mario Ketterer, dieses Mal köpfte Jago Maric nur hauchdünn vorbei. Kurz darauf setzte der agile Alexander Sopelnik eine Bea-Hereingabe aus der Drehung über die Latte. In der 15. Minute konnte auch noch Mansuroglu aus halblinker Position nicht vollenden.

Danach stellte sich die KSC-Abwehr besser auf die Nullachter ein. Bis auf einen Distanzschuss von Benedikt Haibt (25.) wurde es bis zur Pause im Karlsruher Strafraum nicht mehr richtig gefährlich. Dagegen lenkte Huljic in der 26. Minute einen Kern-Freistoß gerade noch über die Latte. Kurz vor der Pause klärte Maric im letzten Moment gegen einen KSC-Angreifer.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber wesentlich entschlossener aus der Kabine. Prompt stand der starke Huljic im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei parierte er kurz nach Wiederbeginn einen Müller-Schuss per Glanzparade. Auf der anderen Seite scheiterten hintereinander Markus Knackmuß und Bendikt Haibt (52.) aus guter Position. Mehr Arbeit hatte jetzt aber eindeutig die 08-Abwehr, der das Glück zur Seite stand, als Karim Benyamina in der 53. Minute nur den Pfosten traf. Acht Minuten später rettete Huljic gegen Brandstetter. Maric schlug den Ball in höchster Not aus der Gefahrenzone. Damit hatten aber die Karlsruher ihr Pulver verschossen. Villingen versuchte in der Schlussphase noch einmal mehr Druck zu machen. Echte Torchancen blieben aber Mangelware. Eine lange Flanke von Tobias Bea (72.) lenkte KSC-Keeper Reule noch über die Latte und ein Haibt-Schuss (81.) aus 25-Metern ging knapp vorbei.

Joe Zinnbauer, Karlsruher SC II: "Das war ein ordentliches Oberliga-Spiel. Wir wollten aber mehr tun. In den ersten Minuten sind wir gut ins Spiel gekommen und hätten ein Tor machen müssen. Dann kommen wir in Bedrängnis und hatten Glück, kein Tor zu bekommen. In der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen und haben die Partie über weite Strecken kontrolliert. Da haben wir nur vergessen, vernünftig abzuschließen. Die Mannschaft, die ein Tor geschossen hätte, hätte wahrscheinlich das Spiel gewonnen. Für uns war der Punkt eigentlich zu wenig."

Martin Braun, FC 08 Villingen: "Ich war sehr froh, dass wir spielen konnten. Das war auch ein gutes Oberliga-Spiel mit gelungenen Kombinationen und guten Tempo im Spiel. Der KSC hatte nach einer Minute eine sehr gute Chance, bei der unser Torwart gut hält. Danach hatten wir fünf, sechs gute Chancen und hätten in der Halbzeit führen können. In der zweiten Halbzeit war der Karlsruher SC besser und wir hatten beim Pfostenschuss Glück. Insgesamt war es ein gerechtes Ergebnis. Ich kann mit dem Punkt gut leben. Das war voraussichtlich unser letztes Spiel in diesem Jahr."

(me). In der gestrigen Partie beim Karlsruher SC II stellte 08-Keeper Marijan Huljic noch einmal unter Beweis, dass sich Coach Martin Braun absolut auf ihn verlassen kann. In seiner bisher besten Partie als Miletic-Vertreter verhinderte der Schlussmann des FC Villingen mit drei Glanzparaden einen möglichen Rückstand und damit eine eventuelle Niederlage. "Er hat bisher gut gespielt. Das war aber keine Überraschung", betonte Martin Braun. Huljic selbst zeigte sich ebenfalls zufrieden mit seiner eigenen Vorstellung. "Das war in Ordnung", meinte er eher bescheiden. Die Villinger wären in den ersten 35 Minuten überlegen gewesen. "Da hatten wir ein paar gute Chancen und müssen eigentlich ein Tor machen", betonte der Torhüter des Oberligisten. Dann wäre der Karlsruher SC stärker geworden, meinte Marijan Huljic. "Mit dem Punkt kann ich schon leben, obwohl es natürlich schöner gewesen wäre, hier in Karlsruhe drei Punkte zu holen", blickt der Villinger Goalie auf die gestrigen 90 Spielminuten zurück. Mit seinen Leistungen nach dem Ausfall von Daniel Miletic zeigte sich Huljic insgesamt zufrieden. "Eine Ausnahme war allerdings das Spiel gegen Bahlingen", schränkte der Schlussmann ein. Ob er auch nach der Winterpause weiter in der Oberliga-Elf des FC 08 Villingen im Tor stehen wird, darüber hat sich Marijan Huljic noch keine Gedanken gemacht. "Jetzt schauen wir erst einmal, das Daniel wieder fit wird und was dann der Trainer meint", so der Schlussmann nach dem wichtigen 0:0 bei der Reservemannschaft des Drittligisten Karlsruher SC.

Karlsruher SC II: Reule – Atug, Schultz, Nadidai, Surgota – Dulleck (ab 67. Reith), Kern (ab 81. Bouadoud), Valentic, Müller – Benyamina, Brandstetter (ab 76. Soriano).

FC 08 Villingen: Huljic – Bea, Ovuka, D’Incau, Ketterer – Maric, Knackmuß, Haibt, Mansuroglu – Sopelnik (ab 85. Eßlinger), Plavci.

Tore: Fehlanzeige.

Schiedsrichter: Florian Steinberg (Korntal-Münchingen).

Gelbe Karten: Nadidai, Schultz, Dulleck/Bea, D’Incau, Haibt.

Zuschauer: 80.