Schwarzwald-Baar-Kreis - "Es ist ein guter, stabiler Arbeitsmarkt im Jahr 2012, und die Prognose ist, dass das auch 2013 so bleibt", sagt Erika Faust, Chefin der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen."Insgesamt war die Beschäftigung so gut wie seit 20 Jahren nicht", so Faust im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.

In allen drei Landkreisen, die zum Agenturbezirk gehören, lag die Beschäftigung deutlich über 2008. In der Region waren im Jahresdurchschnitt 8360 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

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Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank von 3,4 auf 3,2 Prozent. Dabei gab es einen deutlichen Rückgang bei den Arbeitslosen aus dem Rechtskreis der Grundsicherung mit einem Minus von 11,9 Prozent auf 4410 Personen.

Der Schwarzwald-Baar-Kreis, so ist sie überzeugt, "wird 2013 so stabil wie dieses Jahr sein. Grund sei eine gesunde Mischung und Branchenvielfalt von Zulieferern, Gesundheitsbranche, Tourismus und der Lager-Logistikbranche. Im Jahr 2012 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Schwarzwald-Baar-Kreis bei 3,6 Prozent, es gab eine "Seitwärtsbewegung" bei der Arbeitslosenquote, "die aber nicht exorbitant ist."

Arbeitgeber sind qualitativ anspruchsvoll

Bei den Stellenzugängen im Schwarzwald-Baar-Kreis sei 2012 deutlich geworden, "dass die Arbeitgeber gezielt und qualitativ anspruchsvoll suchen." Im Juni, zum Zeitpunkt der Eurorettung, wurde allerdings registriert, "dass die Arbeitgeber vorsichtig reagieren".

Die Regionalprognose des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die schon für 2012 zutraf, prognostiziert 2013 für die Region einen Mittelwert von 8500 Arbeitslosen.

Die Untergrenze liegt bei 6100, die Obergrenze bei 11 200 Personen ohne Arbeit. "Insgesamt bleiben wir in der Region auf jeden Fall unter dem Landesschnitt." Bundesweit werde auch für 2013 ein "enormes Wachstum" von 0,8, mindestens aber 0,6 Prozent erwartet, erklärt Faust. In einer Grafik sieht man, dass die Erwerbstätigen zunehmen werden. "Mehr Menschen teilen sich eine Stelle", deutet die Agenturchefin das angesichts des demografischen Wandels. "Außerdem werden mehr Menschen aus der Reserve geholt.

"Von Krise spüren wir nichts" sagt Erika Faust zur Frage nach der Kurzarbeit, obwohl die Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit meldeten, sich seit Oktober 2011 von 40 auf 80 erhöht hat. "Für die gesamte Region wurde aber nur für ein Drittel mehr Mitarbeiter Kurzarbeit gemeldet. "Die Verlängerung der Kurzarbeit ist zwar nett, aber man muss wissen, dass Kurzarbeit teuer für die Firmen ist.

Kein exorbitanter Bedarf an Erzieherinnen

Die Agentur zahlt 60 bis 70 Prozent, und die Firma zahlt den Rest." Einen Rückgang der Arbeitslosigkeit gab es 2012 bei allen Personengruppen in der Region, selbst bei den Älteren ab 50 Jahren (minus 5,9 Prozent).

Bei den Jüngeren im Alter bis unter 25 fiel der Rückgang mit minus 8,6 Prozent am deutlichsten aus. Mit arbeitsmarktpolitischen Leistungen unterstützte die Agentur für Arbeit die Integration in den Arbeitsmarkt. So wurden beispielsweise Frauen nach der Familienphase zu Maschinenführerinnen umgeschult

Die Nachfrage nach Fachkräften ist hoch. Eine Aufstellung vom Oktober 2012 zeigt, dass ein "halber" Ingenieur auf eine Stelle in der Region kommt. Gesucht sind Techniker (0,7 pro Stelle) und in Bauberufen Tätige (0,9 pro Angebot). Bei den Metall- und Elektroberufen lautet die Quote 1,6 Bewerber pro Stelle. Bei Gesundheitsberufen (1,5), Krankenschwestern (1,4) und sozialpflegerischen Berufen (1,9) herrscht ebenfalls viel Nachfrage.

"Einen exorbitanten Bedarf an Erzieherinnen konnten wir nicht feststellen", meint Faust: "Offensichtlich konnten die Kommunen das Personal für den Ausbau der Plätze an Kindertagesstätten woanders rekrutieren." Sie vermutet, dass Teilzeit-Erzieherinnen den Bedarf decken.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis suchen die Logistikunternehmen außerdem händeringend Fahrer. Ein weiteres Thema ist die Kunststofftechnik. "Hier ist wirklich Bedarf im Kreis", sagt Faust. Gesucht in der Region wie im Bundesgebiet sind Altenpfleger.