Schramberg Weihnachtsaktion als "Abzocke" beschimpft
Julia Brenner, 30.01.2013 09:00 Uhr
Die "heiß geliebte" Schramberger Schneeflocke: Fürs erste geschmolzen, aber nicht zu den Akten gelegt. Foto: Brenner
Schramberg - Diesmal sollte jeder etwas davon haben: Die aktuelle Weihnachtsaktion des Schramberger Handels- und Gewerbevereins sah 2012 ganz anders aus, als in den Jahren zuvor. An der "Schramberger Schneeflocke" beteiligten sich in der Vorweihnachtszeit rund 30 Geschäfte. In den verschlossenen "Schneeflocken"-Losen waren für die Kunden verschiedene kleine Gewinne oder Rabatte enthalten, die man beim nächsten Einkauf im genannten Schramberger Geschäft einlösen konnte. Welches Los man von welchem Laden erhielt, konnte man sich nicht aussuchen, Nieten gab es bei der Aktion allerdings keine.
Einige Kunden waren von der Aktion jedoch wenig begeistert. Teilweise erhielten sie Lose, für die sie keine Verwendung hatten. "Was soll man mit einem Rabatt im Kindermodegeschäft, wenn man kein Kind hat?" lauteten Beschwerden. Manch einer freute sich zunächst über "25 Euro Rabatt auf Ihren nächsten Einkauf" und ärgerte sich anschließend über das Kleingedruckte: "Gültig ab einem Einkaufswert von 200 Euro". "So eine Abzocke!" drückte ein unzufriedener Kunde seinen Unmut in einer Leserzuschrift an die Redaktion aus.
Kirsten Moosmann, stellvertretende Vorsitzende des HGV, bewertet die Aktion "Schneeflocke" im Nachhinein jedoch als gelungen. Sie habe viel positive Resonanz gehört, sagt die Majolika-Wirtin. Selbst der negativen Kritik kann sie Gutes abgewinnen. "Es ist doch toll, dass die Aktion in der Stadt ein Gesprächsthema war", meint sie.
Bei früheren Weihnachtsaktionen des HGV war jedes Mal ein Auto der Hauptpreis einer Verlosung gewesen. Dieses Mal habe sich der HGV bewusst dafür entschieden, dass es bei der Aktion nicht nur einen einzigen Gewinner geben sollte. Ein weiterer Pluspunkt: Die Schramberger Kunden waren nicht gezwungen, ihre Adresse für eine Verlosung herauszugeben, zudem entfiel das im Weihnachtsstress oft ungünstige Ausfüllen von Teilnahmekarten an der Kasse.
"Es ist klar, dass nicht jeder mit jeder Schneeflocke etwas anfangen konnte", sagt Kirsten Moosmann, "aber selbst, wenn ich keine Batterien für ein Hörgerät brauche, dann habe ich vielleicht eine Oma, die sie verwenden kann." Deshalb habe sie es toll gefunden, dass Leute teilweise am Arbeitsplatz Pinnwände als Tauschbörse für Schneeflocken eingerichtet hätten.
Durch die Aktion hätten die Kunden den Schramberger Einzelhandel noch besser kennengelernt, ist sie sich sicher, man sei zum Gewinneinlösen auch mal in ein Geschäft gegangen, in dem man vorher noch nie gewesen sei.
Den teilnehmenden Händlern hatte der Handels- und Gewerbeverein für den Inhalt der Lose keine Vorschriften gemacht. Insgesamt waren knapp 30 000 Schneeflocken im Umlauf. Im Frühsommer will sich der HGV zur Besprechung der nächsten Weihnachtsaktion zusammenfinden. "Wir wollen die Aktion auf jeden Fall wiederholen und hoffen, dass dann vielleicht noch mehr Händler mitmachen und ihre guten Ideen einbringen", so Moosmann.



Schneeflocke
Daß die Leute immer was zu meckern haben,man kann es nie recht machen.
Los?
Wo bleibt denn der erwartete Gewinn, wenn man für 25 Euro Rabatt erst 200 Euro ausgeben muss? Abzocke ist das sicher keine, aber eine Veräpplung. Durch solche Methoden und weil es bei der Aktion keine Nieten gibt, verliert das Ganze doch völlig seinen Reiz. Es ist eine muntere Verteilung zufälliger Rabatte / kleiner Gewinne (Werbeartikel?) als Lockmittel. Mit einem klassischen Losverfahren / Gewinnspiel, das viele erwarten, hat das nichts mehr zu tun, es ist ein reines Marketinginstrument. So machen die Los-Tauschbörsen sehr viel Sinn, kann man doch so in den Genuss eines Rabatts für eine Anschaffung kommen, die ohnehin geplant war.
Schneeflocke
Grundsätzlich fand ich die Aktion gut. Gerade weil es keine Nieten und keinen Hauptgewinn gab. Allerdings hätte ich es besser gefunden wenn die Gewinne ungefär vom gleichen Wert gewesen wäre. Einerseits gab es einen Zimtstern und andererseits grössere Rabatte, das passt irgendwie nicht zusammen. Und Rabatte die an eine bestimmte Einkaussumme gekoppelt sind wären auch nicht unbedingt nötig gewesen. Vielleicht könnte man so 10 oder 15 Kleinigkeiten kaufen die gemischt und unter den Händlern aufgeteilt werden. Sollte man etwas bekommen das man schon hat kann man das ja sagen und etwas anderes auswählen. Oder eben gleich nur Rabattgutscheine in verschiedenen Höhen aber ohne Mindesteinkaufswert. Aber allen Recht machen kann man es eh nie :-)