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Schramberg Orgel beispielhaft eingesetzt

Schwarzwälder-Bote, vom 09.01.2012 20:02 Uhr

Von Hans Werner Schramberg-Sulgen. Beim Orgelkonzert am Sonntag in der neuen St.Laurentius-Kirche Sulgen begrüßte Pfarrer Eberhard Eisele zahlreiche Besucher, denen ein großes musikalisches Erlebnis vergönnt war.Es musizierten der Posaunist Hubert Holzner, ehemaliger Stadtmusikdirektor in Rottweil und seit kurzem in derselben Funktion in Bad Mergentheim tätig, und an der Orgel Peter Strasser, ehemaliger Kantor am Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil. Beide Musiker haben schon häufig miteinander musiziert und bildeten daher auch hier in Sulgen ein gut eingespieltes Duo.

Schon in der viersätzigen Sonate g-moll für Posaune und Orgel von Arcangelo Corelli zeigte sich das innige künstlerische Einverständnis zwischen den beiden Musikern.

Über einer fein abgestimmten Registratur fügte sich die Solostimme der Posaune im langsamen, majestätischen Vierviertel-Takt, mit weich ausschwingendem Ton, hervorragend in die die Klangwelt der Orgel ein. Auch im Allegro, in schnellerem Dreiertakt, folgten die Sechzehntel-Ketten im Solo klangschön und exakt dem Vorspiel des Organisten. Weich, in liedhafter Melodik, anschmiegsam und in subtiler Tongebung, gestaltete sich das Largo, bevor in einem forsch zupackenden Allegro dieses Corelli-Konzert sein Ende nahm.

Bachs Fuge in G für Orgel präsentierte mit seinem energischen, rhythmisch geladenen Thema das hohe künstlerische Selbstbewusstsein des Barockmeisters. In die vierstimmige Fuge mit dem anspruchsvollen Pedalpart waren unauffällige Echowirkungen eingelagert, die indessen die rhythmische Grundstruktur nie aufgaben.

Wer kennt sie nicht, die Choralbearbeitung "Jesus bleibet meine Freude" von Bach mit dem berühmten Choralthema, von sanften Triolen geschmeidig umspielt, von behutsamen aneinandergeschobenen Sequenzen, Arpeggien, Akkordbrechungen, die als Komposition wie improvisiert wirken, aber doch so einen unverwechselbaren und innigen Eindruck auf den Zuhörer machen? Herrlich war die Interpretation dieser beiden Instrumentalisten! Herrlich und unvergesslich! Wie eine Tanzweise aus der Zeit der Renaissance wirkte "La Hieronyma" für Posaune und Orgel von Giovanni Martino Cesare. Die schnellen Posaunenläufe durch alle Lagen erforderten eine ungewöhnliche spieltechnische Sicherheit.

Aus einer ganz anderen Zeit stammte das "Rondo Allegro für Orgel" von Christian Friedrich Ruppe. Sonatenhaft spielerisch, tänzerisch grazil im Stil des Rokoko, freundlich und augenzwinkernd diesseitige Lebensfreude ausdrückend und zugleich auch mit den perlenden Läufen das künftige Virtuosentum der Romantik vorausahnend, so interpretierte Peter Strasser dieses Stück auf hellen Registern formvollendet und klangschön.

Sphärische Klänge, erzeugt durch raffinierte Klangmixturen, erbrachte das Duo "dona nobis pacem" für Orgel und Orchester des modernen Komponisten Frigyes Hidas. Hierbei musste Hubert Holzner über dem pendelnden Akkordspiel der begleitenden Orgel sehr große Tonsprünge bewältigen.

Höhepunkt des Abends war aber ohne Zweifel die „"Suite Carmelite für Orgel" von Jean Francais. Hier wurden mit den Mitteln der Musik ganz unterschiedliche Schwesternpersönlichkeiten charakterisiert. Soeur Blanche schien auf schnell gehenden Akkorden diensteifrig einher zu wandeln, eine weich fließende blumenartige Melodie malte das Bild der Marie de l’incarnation. Herbe, sich heftig reibende Klänge für die Soeur Anne de la Croix verwiesen auf einen konfliktbeladenen, schwierigen Charakter, schnelle und quirlende spielerische Läufe zeigten das frohe Gemüt einer Soeur Constance.Temperamentvoll und selbstbewusst schien Soeur Mathilde aufzutreten, bevor, unter ausladendem Klang, orgelbrausend die Oberin Mère Marie herein rauschte.

Es folgten noch drei Stücke, "Choral Varie für Posaune und Orgel" von Roger Boutry, die marschartige Fanfare für Orgel von Nicolas Jacques Lemmens und schließlich, unter orchestraler Klangfülle, die "Concertpiece für Posaune und Orgel" von Alexandre Guilmant. Man darf den beiden Interpreten dafür dankbar sein, dass sie das Konzertprogramm auf den Charakter der neuen Sulger Rensch-Orgel abgestimmt haben, die bekanntlich den vielfarbigen Orchesterklang der romantischen französischen Orgel beispielhaft repräsentiert.

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