Schramberg Orchester erspielt sich einen guten Ruf
Schwarzwälder-Bote, 21.01.2013 21:11 Uhr
Florian Seckinger ist neuer Vize und Christine Seckinger ist Vorsitzende des Musikvereins, Marco Schreyer und Tobias Schmid unterstützen den Verein als Beisitzer. Foto: SchmidtkeFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Karin Schmidtke Schramberg-Sulgen. Finanzielle Bescheidenheit, gute Einnahmen und fleißige Probenarbeit, die zu guten Ergebnissen führt, das scheint das Markenzeichen des Musikvereins Sulgen derzeit zu sein.Die Ha Hauptversammlung des 143. Vereinsjahres im Gasthaus "Kreuz" eröffnete ein Posaunentrio. Kassiererin Melanie Roming gewährte einen ausführlichen Einblick in die Finanzen, die ein erfreuliches Plus aufwiesen. Noten, Ausbildungen und der Dirigentenlohn forderten zwar ihren Obolus, der durch Feste, Spenden und Zuschüsse aber wieder hereingeholt wurde. Daher wurde die Kassierein einstimmig entlastet. Als eines der mit Abstand sparsamsten Jahre zeigte sich 2012 im Inventarbericht von Matthias Lenski. Der Musikverein besitzt 173 Instrumente, von denen 37 nicht spielbar sind. Die Ausgaben lagen bei nur 867 Euro, über Neuanschaffungen wurde nur geredet. Bei der "Tour de Ländle" versorgten die Musiker 4000 Besucher mit "Schramburgern" und weiteren Snacks und Getränken, wofür ein netter Erlös in die Kasse eingefahren wurde.
Das musikalische Jahr 2012 ist positiv verlaufen. Bei eisigen Temperaturen hatten die Musiker an der Fasnet auf Umzügen und Bällen gespielt. Richtig warm wurde es beim Schnurren durch die Lokale. Das Frühlingsfest brachte Neuerungen bei durchwachsenem Wetter, kirchliche Feste wurden musikalisch begleitet, zwischendurch gab es Ständerle, der Maibaum wurde gesetzt und auch beim CDU-Kreistag spielte das Orchester auf.
Die häufigen Proben mit Dirigentin Tanja Maier hatten sich im Hinblick auf das Wertungsspiel beim Kreismusikfest in Winzeln ausgezahlt, denn der Verein konnte mit 91 Punkten und einem "Hervorragend" den Wettkampf abschließen. "Jeder einzelne Musiker wollte sein Bestes geben", lobte Maier zufrieden. Die Maiwanderung wurde zur Radtour umfunktioniert und das feuchte "Konzert am Teich" verabschiedete alle in die Sommerpause.
Im November, nur ein Wochenende vor Konzert, wurde auf dem "Ibichhof" bei Simonswald mit Probearbeit richtig zugelegt. Das Herbstkonzert lockte schließlich 330 Gäste in die Festhalle. 70 mehr als im Vorjahr, zur Freude der Musiker. Weihnachtliche Weisen erklangen am Silvesterabend über Sulgen.
Gemeinsam gaben die Jugendleiter Sabine Fehrenbacher und Jens Preisig Bericht über den Nachwuchs, der mit viel Eifer seine Konzerte bestritten hatte. Im Altersheim spielten die Jugendlichen Weihnachtslieder. Und auch bei ihren Prüfungen schnitten sie gut ab. Ein Ausflug führte die Jungmusiker in den Kletterpark nach Immenstaad.
Durch die berufliche Veränderung der Dirigentin Tanja Maier mussten die Proben auf andere Wochentage gelegt werden, doch auch bei diesen Terminverschiebungen erwies sich der Nachwuchs als flexibel und voller Tatendrang
Gewissenhaft sei das Jugendorchester gewesen und habe Rückenwind gegeben. In diesem Jahr soll es mit den Jungmusikern aus Dunningen ein Doppelkonzert geben. "Wir Musikanten sind stolz auf das Erreichte", strahlte Maier und zeigte sich für die Zukunft optimistisch.
Die Vorbereitungen zum Wertungsspiel hob die musikalische Leiterin hervor und rühmte, dass der Stundenchor ohne Zögern angenommen wurde. Nur konnte die Dirigentin bei den Aktiven kaum Registerproben anbieten, dafür setzten die Musiker vor dem Herbstkonzert zu einem grandiosen Endspurt an. Die Register trafen sich teils eigenständig, um Charakter und Stimmung der oft anspruchsvollen Themen zu treffen.
"Wir spielen jetzt in einer anderen Liga", freute sich der Vorsitzende Tobias Schmid, dem die Menschen noch Tage nach dem Konzert auf der Straße zum Erfolg gratuliert hatten. Musikalisch hatte sich das Orchester einen hervorragender Ruf erarbeitet, dem auch Musiker aus der Region gerne lauschten. Tanja Maier dankte ihrem Stellvertreter Sebastian Seckinger für die gute Unterstützung.
Angesichts dieser Erfolgsbilanz beantragte der Ehrenvorsitzende Egon Kopp gerne die Entlastung der Vorstandschaft, die von der Versammlung dann auch einstimmig gegeben wurde.
Im April ist mit dem Musikverein "Rottweil Altstadt" ein Gemeinschaftskonzert geplant.



Wettkampf?
Im Gegensatz zum Sport gibt es in der Kultur selten 'Wettkämpfe', allenfalls als Gaudi bei Sommerfesten diverser Muksikvereine. Es gibt zwar ähnliches, jedoch hat der Musikverein Sulgen im letzten Jahr bei einem Wertungsspiel teilgenommen, daß heißt, die Juroren messen das Geleistete nicht an den anderen Teilnehmern, sondern an einem vorher bekannten und festgelegten Punktekatalog. Meines Wissens nach, hat der MV Sulgen in der Oberstufe teilgenommen, was wohl im Fußball eine schon beachtliche hohe Spielklasse enspricht. Der Unterschied ist auch der, daß der Verein sich selbst einschätzen und in der entsprechenden Stufe anmelden kann und sich nicht erst 'qualifizieren' muss, ein kleiner aber feiner Unterschied zum Sport. Es wäre doch schön, wenn die regionale Presse ein wenig besser nachfragen würde, wenn sie es denn nicht wissen.... Was noch schöner wäre, wenn die Politik von diesen Dingen wüßte und das, ähnlich gleich wie im Sport, fördern würde! Jedoch steht ausser Frage, daß man dem Musikverein Sulgen zu der Leistung graturlieren kann und muss!