Schramberg Krankenhaus: Neuer Skandal um Penz

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Erneut steht der einstige Interessent für den Kauf des Schramberger Krankenhaus in der Kritik. Foto: Wegner

Schramberg - Die Schlagzeilen um den Berliner Unternehmer Helmuth Penz reißen nicht ab: Erneut steht der einstige Interessent für den Kauf des Schramberger Krankenhaus in der Kritik. Er soll das Land Berlin um mehrere Millionen Euro betrogen haben.

Wie die Bildzeitung und "Focus Online" berichten, soll der Berliner Unternehmer das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin, kurz LAGeSo, um mehrere Millionen Euro betrogen haben. Der umstrittene Geschäftsmann, der mit seiner Firma "Pewobe" Flüchtlings- und Obdachlosenheime baut, soll bei der Abrechnung von Personal- und Baukosten gegenüber dem LAGeSo getrickst haben.

Unter anderem sei wohl von den 121 angegebenen Stellen in den Berliner Flüchtlingsheimen jede fünfte Stelle unbesetzt, dennoch ließ die Pewobe alle 121 Stellen vom LAGeSo bezahlen. Auch beim Bau eines neuen Flüchtlingsheims in Berlin-Neukölln soll es Ungereimtheiten gegeben haben.

Ähnlicher Trick auch beim Bau eines neuen Heims in Spandau

So wurde für den Neubau ein Pauschalpreis von drei Millionen Euro mit der Baufirma ausgehandelt, inklusive der Kosten für elektrische Installationen und Haustechnik. Diese listete die Pewobe bei der Abrechnung für das LAGeSo aber extra auf, so dass sie insgesamt einen Betrag von knapp sieben Millionen Euro geltend machen konnten. Die Baufirma hatte der Pewobe letztlich aber nur einen Endbetrag von 3.950.000 Euro in Rechnung gestellt.

Ein ähnlicher Trick soll beim Bau eines neuen Heimes in Berlin-Spandau angewandt worden sein: Hier wurden der beauftragten Baufirma rund 1,2 Millionen Euro überwiesen, beim Landesamt für Gesundheit und Soziales aber knapp 2,5 Millionen Euro eingefordert. Mehrmals soll sich der Unternehmer auf diese Art auf Kosten des Landes bereichert haben.

Zudem soll Penz versucht haben, die Baufirma zum Schweigen zu bringen, indem er die Verantwortlichen dieser einschüchtern lassen habe. Nachdem Mitte diesen Jahres rassistische und menschenverachtende E-Mails über Flüchtlinge von Mitarbeitern der Firma Pewobe an die Öffentlichkeit gelangten, steht nun also der nächste Skandal für den 71-Jährigen Geschäftsmann ins Haus. Laut "Bild" ermittle die Staatsanwaltschaft bereits. Penz selbst dementiert dabei sämtliche Vorwürfe. Die Schramberger dürften nun also erneut Erleichterung verspüren, dass die Stadt die Gespräche mit Helmuth Penz über den Verkauf des Schramberger Krankenhauses noch rechtzeitig abbrach.

Kontakt zwischen Stadt und Baulöwen brach Anfang des Jahres ab

Nachdem Penz Anfang des Jahres zum neuen Geschäftsführer der Camedi Real Estate GmbH einbestellt wurde und auf einmal Gerüchte über die Nutzung des ehemaligen Krankenhauses als Flüchtlingsheim auftauchten, entschloss sich die Stadt Schramberg von dem Vertrag mit der Camedi zurückzutreten. Auch Penz zog sich daraufhin wieder aus der Camedi Real Estate GmbH zurück und der Kontakt zwischen der Stadt Schramberg und dem Berliner Baulöwen brach ab.

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