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Schramberg Neuer Besen im Rathaus kehrt anders

Martin Göker , vom 23.02.2012 10:00 Uhr
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Als Überraschungsgast beim OB und den Elfern mit von der Partie war der "ehrbare Zimmerer" Peter Arps aus Heide in Holstein. Foto: Schwarzwälder-Bote
Als Überraschungsgast beim OB und den Elfern mit von der Partie war der "ehrbare Zimmerer" Peter Arps aus Heide in Holstein. Foto: Schwarzwälder-Bote

Schramberg - In einem etwas anderen Rahmen als bei seinem Vorgänger vollzog sich die närrische Schlüsselübergabe der Schramberger Elferräte beim neuen Oberbürgermeister Thomas Herzog am Aschermittwoch.

Nachdem Zunftmeister Michael Melvin dem OB, so wie versprochen, den symbolischen Rathausschlüssel zurückerstattet hatte, servierte Rathaus-Mitarbeiterin Claudia Schäfer den Elferräten wie es hieß, "Eis aus dem zugefrorenen Kirchenbach, verdünnt mit Sekt", sowie saure Pampelmusen.

Dann schneite ein ähnlich wie die Elferräte und der OB weitestgehend in schwarz gekleideter, zwar unangemeldeter, aber dennoch hochwillkommener Überaschungsgast herein. Als der "rechtschaffene Zimmerer" Peter Arps aus Heide in Holstein stellte er sich vor. In Gedichtform und gleichermaßen mit wohlgesetzten Worten in akzentfreiem Hochdeutsch ersuchte er um einen Obolus. Der wurde ihm auch großzügig gewährt, nachdem Zunftmeister Melvin seinen Hut hatte herumgehen lassen. Auch einen Sekt bekam der wandernde Handwerksgeselle eingeschenkt.

Tags zuvor sei er in Rottweil gewesen, wo ihm die dortige Fasnet sehr gut gefallen habe, berichtete der junge Mann mit dem Pferdeschwanz.

In das Schramberger Oberbürgermeister-Dienstzimmer, wo gerade die Schlüsselübergabe stattfand, sei er rein zufällig hineingeplatzt.

Wie er im Gespräch mit dieser Zeitung weiter berichtete, ist er bereits seit 16 Monaten "auf der Walz". Laut Tradition offiziell vorgeschrieben seien drei Jahre und ein Tag. In ganz Deutschland sei er schon gewesen, ebenso in Österreich, in der Schweiz und sogar in Namibia.

Welche er Erfahrungen er hier in dieser Region gemacht hat? "Nur positive", antwortete Peter Arps. Die "Schwarzwaldschwaben" habe er als äußerst hilfsbereit kennengelernt. Abwechselnd und dann durchgehend zwei Monate arbeiten, dann zwei Monate reisen, zu Fuß oder per Anhalter, das sei heutzutage üblich bei den Wandergesellen. Mit einem weiteren launigen Gedicht und einem dreifachen, donnernden "Fixe Tippelei", beziehungsweise "Seckeles" seitens der Elferräte verabschiedete sich Peter Arps und machte sich dann wieder auf den Weg.

Das war aber noch lange nicht alles. Der neue OB erhielt zwar keinen Orden, er verlieh jedoch welche. Jedem Elferrat hängte er einen Miniaturbesen um. Auf den Spruch "Neue Besen kehren gut", wollte sich Thomas Herzog jedoch nicht festlegen. Stattdessen meinte er: "Neue Besen kehren anders".

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