Schramberg-Sulgen - Die Narrenzunft Sulgen schwelgt bereits in Vorfreude auf ihr 75-jähriges Bestehen im kommenden Jahr. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Das war beim traditionellen Häsabstauben am Dreikönigstag, das nach 1964 und 2001 zum dritten Mal in der Kegelstube stattfand, deutlich zu spüren.

Insbesondere Narrenpräsident Hape Marte zeigte sich überaus gut gelaunt und betrieb ein bisschen Aufklärungsunterricht für die jüngere Generation. Der Termin der Fasnet variiere jedes Jahr und löse dadurch bei vielen Menschen Verwunderung aus. Die Fastnacht, also der Fasnet-Dienstag, sei der Tag vor Aschermittwoch und davon wiederum sei der Ostertermin abhängig.

Freundschaften pflegen und neue schließen, so könnte das Motto des Narrenjahrs 2013 lauten, in der die Zunft mit der Teilnahme beim Umzug in Heiligenbronn und der Burafasnet im schweizerischen Büsingen am Sonntag nach Aschermittwoch Neuland betrete, verriet der Narrenchef.

Wenn sich auch beim Abwedeln des seit knapp einem Jahr in einem riesigen Kratten schlummernden Hansels durch Gildemeister Sascha Bopp vieles abspielte wie in der Vergangenheit, so war diesmal doch etwas Entscheidendes anders. Denn erstmals standen mit Sonja Baier und Sonja Kaiser zwei Frauen im Elferrat stramm und Marte wäre nicht Marte, wenn er diese nicht gleich mit Aufgaben vertraut hätte.

So mussten die beiden Sonjas zur Schadenfreude ihrer männlichen Gegenstücke von Marte vorgefertigte Antworten auf witzige Fragen aus aktuellem Anlass des Dreikönigstags vorlesen, die wiederholt Anlass zum Schmunzeln gaben. So zum Beispiel was geschehen wäre, wenn die Heiligen Drei Könige drei Königinnen gewesen wären.

Auch Zuwachs hat die Narrenzunft bekommen. Nach gewissenhafter Prüfung durch Gildemeister Bopp und Elferrat Kurt Weisser erhielten ein Junghansel und zwei Feurenmoosgeister den erforderlichen Prüfstempel. Beim ersten Brezelsegen der Fasnet 2013 durften sie bereits mitspringen.

Einzelne ehemalige Elferräte und Mitglieder der Narrenzunft, die etwas späterhinzugestoßen waren, zeigten sich leicht verwundert, dass das Prozedere des Abstaubens bei ihrem Eintreffen bereits beendet war. Sie spekulierten, der Präsident habe es im Gegensatz zu den Vorjahren deshalb so eilig gehabt, weil die diesjährige Fasnet sehr kurz ist.

Der eigentliche Grund war jedoch Berthold Schneider, Präsident der Europäischen Narrenvereinigung (ENV), der einige hochgradige Ehrungen vornehmen musste und noch einen weiteren Termin bei der Katzenzunft Hardt hatte. Vor, während und nach dem Abstauben sorgte Alleinunterhalter "Specht" mit schwungvollen Hits für die musikalische Umrahmung.