Schramberg Nachbarschaftsstreit eskaliert erneut
Schwarzwälder-Bote, 18.08.2012 01:50 UhrVon Lothar Herzog Schramberg-Sulgen. "Guten Tag Herr Nachbar, darf ich mich vorstellen?". "Halts Maul, du blöde Sau". Das sind keineswegs neue Umgangsformen Im Gehrn in Sulgen, sondern trauriger Alltag seit Jahrzehnten.Völlig geschockt und sprachlos reagierte eine vor etwa einem Jahr im Wohngebiet Im Gehrn eingezogene Frau, die ihren Nachbarn grüßte. Für eine andere Nachbarin ist dieser beleidigende, verbale Angriff eines 77-jährigen Rentners allerdings nichts Ungewöhnliches, sondern eine seit über 50 Jahren traurige Gegebenheit.
Aber nicht nur die umliegenden Nachbarn beschimpfe, bedrohe und bespucke der "psychisch kranke" Mann mit Worten weit unter der Gürtellinie. Auch Personen, die durch den Gehrn zu Fuß unterwegs seien, pöble der Querulant grundlos an, er sehe jeden als Feind.
"Im Sommer traut sich ab 16.30 Uhr niemand mehr in den Garten, weil man damit rechnen muss, von ihm aufs Übelste angemacht zu werden. Das Wohnen hier macht keinen Spaß mehr", beklagt eine Anwohnerin, die von dem 77-Jährigen auch schon mit einem Stock bedroht worden sein soll. In der Vergangenheit soll der Beschuldigte für seine verbale Entgleisungen wiederholt Geldstrafen bezahlt haben, allerdings ohne Besserung.
Wieder zugespitzt hat sich die Situation seit diesem Frühjahr, als dem Mann nach einer Unterschriftenaktion der Hund gewaltsam weggenommen wurde. Der Hund sei gefährlich gewesen, habe Leute angefallen und Tag und Nacht gebellt, schildert eine Anliegerin.
Auch auf seinem Grundstück äußert der Rentner seine feindliche Haltung gegenüber seinen Nachbarn mit provokativen Hinweisschildern. "Russen-Sau" und "Kindsmörder" sind darauf zu lesen.
Gleichermaßen enttäuscht sind die Betroffenen, weil die Polizei zwar Anzeigen aufnehme, aber wegen der Gesetzeslage erst einschreiten könne, wenn der ältere Mann handgreiflich werde. "Wir haben alle Angst, dass das Ganze eines Tages eskaliert und etwas Schlimmes passiert", befürchten die Nachbarn.
Letztere kritisieren vor allem die Stadt, die auf bestimmte Vorfälle erst sehr spät oder überhaupt nicht reagiere. So habe der Mann vor circa zwei Monaten eine etwa zweieinhalb Meter hohe und fünf Meter lange Steinmauer auf der Grenze zu einem Nachbargrundstück ohne Mörtel gebaut. Die Mauer habe keinerlei Standfestigkeit und könne jederzeit auf das Nachbar-Grundstück einstürzen und jemanden schwer verletzen. Auf dem Anwesen des Rentners, das einem Schandfleck gleiche, seien auch noch Hütten und Schuppen gebaut, für die es niemals eine Genehmigung gegeben habe, vermutet die Nachbarin.
Der 77-jährige Rentner behauptet dagegen, er habe niemanden beleidigt und sei froh, wenn er seine Ruhe habe. "Die gehen alle auf mich los, weil ich ihnen nicht gefalle. Ich werde als Idiot und Halbdackel beschimpft und man hat mir auch schon Schläge angedroht. Das soll ich mir alles gefallen lassen, nur weil ich ein alter Mann bin?", verteidigt sich der aufgebrachte 77-Jährige.
Die Mauer habe er gebaut, um die üblen Beleidigungen seiner Nachbarn nicht mehr zu hören. Er habe gedacht, ihnen damit einen Gefallen zu tun. Die Stadt habe ihm zuerst den Hund weggenommen und wenig später seine Geldkasse mit 600 Euro Inhalt gestohlen, weil er die fällige Strafe nicht bezahlt habe, behauptet der 77-Jährige.
Gerhard Henssler vom städtischen Baurechtsamt bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass bei der Stadt ein Hinweis über den Bau eines "Mäuerle" eingegangen sei. Die Akte sei ihm allerdings nicht geläufig und die Vergangenheit kenne er nicht. Zu gegebener Zeit werde die Mauer besichtigt und geprüft, so Henssler.



Es gibt immer zwei Seiten...
Schade, dass mit dem Finger auf einen gezeigt wird und über das Medium Zeitung/Internet angeprangert wird. Sie geben durch ihre mangelhafte Recherche wieder einmal Preis, dass es Ihnen nicht um Fakten sondern, um reisserische Artikel ähnlich eines grossen Boulevardblattes geht. Das Sommerloch ist da, füllen wir es einfach schnell mit Schlagzeilen, die sich als Aufreisser gut machen. Bedenken Sie bitte, dass nicht alle Leser Ihre Berichterstattungen hinterfragen, sondern das ihnen hingeworfene Fressen aufnehmen. Ein Mensch zieht sich nicht ohne Grund aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, vielleicht fragen sie sich mal, warum, aber bitte ohne dies ale Aufforderung zu verstehen, in seinem Privatleben zu wühlen. Das Leben erteilt manchem schlimme Schicksalsschläge, die Gottlob nicht jedem widerfahren müssen! Was der Schwabo hier verbreitet ist eine unglaubliche Hetze auf einen Menschen, der sich entschlossen hat, seine Ruhe zu wollen. Respektieren sie das - auch wenn seine Wortwahl nicht die Feinste sein mag! Zeigen Sie durch eigenen Anstand und Höflichkeit, dass Sie es besser machen können!
Alle gegen einen. Bravo!
Als 77jähriger würde ich nun alle Mittel in Bewegung setzen, um diesem Schmierenartikel der Nachbarn eine angemessene Reaktion zu verleihen. Sind die Anschuldigungen denn überhaupt bewiesen? Oder ist es eher üble Nachrede? Hat der Schwabo hier exakt recherchiert? Oder wurden einfach die Behauptungen der Nachbarn übernommen?
Schlechte Recherche
In Zukunft sollte vielleicht die ganze Nachbarschaft befragt werden, bevor so ein Artikel veröffentlicht wird. Einige der Punkte sind schlichtweg nicht korrekt, so auch der Punkt, dass es nicht möglich ist in dessen Nachbarschaft zu wohnen. Persönlich würde ich den 'psychisch kranken alten Mann' eher als einen freundlichen Nachbarn bezeichnen, wenn man ihm auch freundlich entgegen tritt. Die Unterschriftensammlung würde mich auch interessieren, ging wohl schlichtweg an der Hälfte der Nachbarn vorbei.