Von Julia Brenner. Schramberg/Lauterbach/Hornberg. Viel Diskussionsbedarf gibt es wegen der anstehenden Bauarbeiten an der L108 zwischen Hornberg und Lauterbach im kommenden August. Besonders die Fohrenbühl­Wirte sehen sich durch die Vollsperrung benachteiligt. Durch die Arbeiten an der Bachverdolung und dem Gehweg ist eine rund zweimonatige Vollsperrung des Streckenabschnittes der Landstraße 108 auf Höhe der Firma Haas Präzisionstechnik zwischen Lauterbach und Hornberg laut Lauterbachs Bürgermeister Norbert Swoboda unumgänglich.

Sechs bis acht Wochen soll die Strecke im Spätsommer komplett gesperrt sein. Die Verhältnisse sind dort während der Bauarbeiten so beengt, dass zu wenig Platz bleibt und deshalb die Möglichkeit einer einspurigen Verkehrsführung entfällt. Daher muss der Verkehr zwischen Lauterbach und Hornberg umgeleitet werden. Besonders die Wirte auf dem Fohrenbühl hatten ihr Sommergeschäft durch die Komplettabsperrung gefährdet gesehen und sich bei den Bauverantwortlichen beschwert. Das ist neben der Gemeinde Lauterbach auch die Straßenbauverwaltung.

Nach einer nichtöffentlichen Sitzung im Lauterbacher Rathaus mit den beiden Bürgermeistern Norbert Swoboda (Lauterbach) und Siegfried Scheffold (Hornberg) scheinen die Wogen nun erst einmal geglättet. Die beiden Rathauschefs hatten sich dabei intensiv mit Vertretern des Regierungspräsidiums, des Landratsamts, der Wirte, der freiwilligen Feuerwehr und der Südbadenbus GmbH auseinandergesetzt und beraten und schließlich die Umleitungsstrecke festgelegt. Die größte Zustimmung fand dabei der Vorschlag, den Verkehr von beiden Richtungen über Schramberg – Tennenbronn – Langenschiltach – Hornberg und umgekehrt auszuschildern. Auch für die Wirte und die Lauterbacher Feuerwehrabteilung scheinen akzeptable Kompromisslösungen erarbeitet worden zu sein.

"Sicher ist die ganze Situation für uns nicht optimal", sagt Jürgen Lauble, Sprecher der Wirte vom Fohrenbühl, "aber immerhin haben wir eine Beschilderung wie wir sie uns erhofft haben." Den Wirten soll es ermöglicht werden, von Hornberg aus kommend an der Abzweigung nach Reichenbach sowie in Schramberg Richtung Lauterbach, Schilder mit dem Hinweis "Gastronomiebetriebe Fohrenbühl frei" anzubringen. Da müsse die anordnende Behörde "über ihren Schatten springen", so Scheffold.

Kompliziert gestaltet sich während der achtwöchigen Vollsperrung auch der Weg für die Lauterbacher Feuerwehr. Sollte diese ausrücken müssen, gibt es auch für sie an der Baustelle kein Durchkommen. Über die Umleitung könne die Hilfeleistungsfrist nicht eingehalten werden, meint Feuerwehrabteilungsleiter Markus Pfundstein. Auch die Schleichwege bieten sich nicht an, da man an eventuellem Gegenverkehr nicht vorbeikäme.

Deshalb wird die Lauterbacher Feuerwehr ein Löschfahrzeug direkt hinter der Baustelle positionieren. "Im Brandfall fahren wir dann bis zur Baustelle und laufen hundert Meter zu Fuß bis zum Löschfahrzeug", erklärt Pfundstein. Damit für dieses Vorhaben nicht eines der beiden Lauterbacher Fahrzeuge abgezwackt werden muss, dass dann im Notfall fehlen würde, hat sich die Abteilung von der Oberndorfer Feuerwehr ein Löschfahrzeug ausgeliehen. Hierbei handele es sich zwar um ein älteres Modell, so Pfundstein, dennoch sei es voll ausgerüstet und halte 2500 Liter Wasser bereit. Außerdem hat man für die Zeit der Sperrung die Feuerwehr aus Hornberg in den Alarmplan mit aufgenommen.

Nach wie vor ist die Schülerbeförderung während der Bauzeit ein Problem. Eventuell, so heißt es aus der Sitzung, könnten Kleinbusse über Sulzbach Moosenmättle eingesetzt werden. Die überörtliche Anbindung müsse aber der Umleitung über Tennenbronn und Langenschiltach/Reichenbach folgen. "Unsere Niederlassung in Villingen ist derzeit bemüht in Absprache mit der Gemeinde Lauterbach nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Ein konkretes Ergebnis liegt derzeit jedoch noch nicht vor", erklärt Bernhard Schirling von der Südbadenbus GmbH.

Im Jahr 2013 stehen zusätzlich noch Belagsarbeiten an der L 108 oberhalb der Baustelle bis Fohrenbühl an. Bürgermeister Norbert Swoboda will sich beim Regierungspräsidium dafür einsetzen, dass diese Maßnahme mit der Sanierung der Bachverdolung koordiniert wird und somit "nicht noch mehr Beeinträchtigungen entstehen."