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Von Karin Zeger Schramberg. Kosmopolitisch, herzlich und unkompliziert – so präsentiert sich das Sprachcafé, das mittwochs im Juks-Gebäude stattfindet. Hier treffen sich aus dem Ausland kommende Frauen, um ihre kommunikative Kompetenz zu stärken.Das Sprachcafé ist weit mehr als ein internationaler Kaffeeklatsch: Hier werden die Sprachkenntnisse verbessert, wertvolle Tipps für die Bewältigung von Alltagssituationen gegeben und Netzwerke geknüpft, selbst Freundschaften entstehen an dieser Tafel. Ganz nach dem Motto: Miteinander leben, miteinander sprechen.
"Bis heute waren Frauen aus 22 Nationalitäten bei uns", erzählt Sibylle Brugger, die im Herbst 2008 die Idee eines Sprachcafés nach Schramberg brachte. Hier fand sie schnell Unterstützung beim Katholischen Frauenbund und beim Frauenbeirat. Im Januar 2010 nahmen am ersten Treffen neun Frauen teil. Mittlerweile gehören acht Frauen zum festen Kern. "Es waren aber auch schon 16 Teilnehmerinnen", weiß Doris Hölz, die neben Sibylle Brugger und Doris Moser das Sprachcafé betreut. Da sich die ausländischen Frauen nicht verpflichtet fühlen müssen, variiert die Zahl öfter. Kontaktfrau zwischen dem Sprachcafé und der Stadt ist Antje Wiedmann-Bornschein von der Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement beim Juks3.
Zum festen Kern gehören auch vier Freundinnen, die sich bei einem Sprachkurs kennengelernt haben und das Sprachcafé mit Leben füllen. Sie stammen aus Tschechien, Kolumbien, England und der Türkei. Teilweise sind sie schon seit ihrer Jugend in Schramberg, teilweise erst seit ein paar Jahren. Die Kolumbianerin kam beispielsweise als Au-Pair-Mädchen nach Schramberg und blieb der Liebe wegen hier, heiratete und wurde Mutter von zwei Kindern. Oder die junge Frau aus dem Kosovo, die seit sechs Jahren in Deutschland lebt, stolze Mutter von vier Kindern ist, die alle Deutsch, ja teilweise sogar schwäbisch sprechen – "besser als ich." Dies ist Anreiz und Motivation für sie, regelmäßig ins Sprachcafé zu kommen, um hier ihren Wortschatz zu erweitern.
Erst fünf Monate in Schramberg lebt eine junge Polin. Sie ist frisch verheiratet und hat in ihrer Heimat Englisch und Sprachwissenschaften studiert. Bei ihr und zwei weiteren Frauen steht die Sprachkurs-Prüfung an. Das Organisationsteam bereitet nämlich nicht nur Lese- und Grammatikübungen, Sprachspiele oder Begriff-Erklärungen vor, sondern paukt mit den Frauen auch die Deutsch-Tests für Zuwanderer.
Neu in der Gruppe ist eine Frau aus Thailand, die seit über 20 Jahren in Deutschland lebt. Ihre Söhne sind erwachsen, ihr deutscher Mann verstorben und nun möchte sie ihre freie Zeit sinnvoll nutzen und kommt deshalb ins Juks-Gebäude. Wenn die Frauen von sich, ihrer Heimat und ihrem Leben in Deutschland erzählen, wird’s mucksmäuschenstill im Raum, denn ihre Geschichten berühren, sind facettenreich, wie das Leben selbst. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Die Frauen möchten ein Teil ihrer neuer Heimat werden – und dazu gehört eben auch das Beherrschen der deutschen Sprache. Schwäbisch kommt später.
Weitere Informationen: Das Sprachcafé in der Schlossstraße im Juks3 hat immer mittwochs von 9.30 bis 11.30 Uhr geöffnet.