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Schramberg "Kreis will Klinik aushungern"

Edgar Reutter , vom 30.03.2011 05:51 Uhr
Noch läuft der Schramberger Krankenhaus-Betrieb reibungslos. Doch es gibt Störfeuer. 
 Foto: SB-Archiv
Noch läuft der Schramberger Krankenhaus-Betrieb reibungslos. Doch es gibt Störfeuer. Foto: SB-Archiv
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Schramberg - Der noch schwelende Streit ums Schramberger Krankenhaus zerrt nicht nur an den Nerven der Beschäftigten. Die grassierende Unsicherheit bringt allmählich auch den Dienstbetrieb in Gefahr.

"Noch sind wir in allen Belangen funktionsfähig, aber wie lange noch?", stellte der Schramberger Betriebsrat nach der zweiten Montags-Demo vor dem Rathaus gestern in einer Stellungnahme in den Raum.

Zunehmend werde deutlich, dass Helios unter Mitwirkung des bisherigen GmbH-Geschäftsführers und des Landrats das Krankenhaus in Schramberg, trotz einer großen Protestbewegung, lieber "absaufen und ausbluten lassen will".

Es werde immer schwieriger, die bislang noch absolut gut funktionierenden Abteilungen am Leben zu erhalten. Durch Abschluss von Auflösungsverträgen und eingeforderte Versetzungen nach Rottweil, wolle man das Krankenhaus trotz noch ausstehender Entscheidungen systematisch aushungern. Die Forderungen des Betriebsrats, Kündigungsfristen einzuhalten und Versetzungen nach Rottweil in der jetzigen Situation zu unterlassen, würden nicht akzeptiert, obwohl noch nicht alle Voraussetzungen dafür gegeben seien.

Der bisherige Krankenhausträger und die Helios AG, die auf finanziellen Druck bevorzugt mit solchen Machenschaften reagiere, bestrafe ihre eigene Klinik, das Personal und vor allem die betroffenen Patienten, kritisierte Betriebsrats-Vorsitzender Jürgen Roßmannek.

Das Verhalten der Krankenhaus-Geschäftsführung, des Landrats und des vom Kreis gewünschten Betreibers Helios schüre absichtlich Hektik, angespannte und zunehmend gereizte Stimmung in der Belegschaft. Der Schramberger Betriebsrat forderte daher gestern Landrat Wolf-Rüdiger Michel, Geschäftsführer Hans-Martin Kipp und Helios auf, diese Missstände unverzüglich zu beenden: "Noch leben wir, und wir kämpfen weiter für den Erhalt des Krankenhauses sowie für den Erhalt aller Arbeitsplätze in Schramberg und Rottweil."

Kommentare (3)
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MRZ
30
13:13 Uhr, geschrieben von Klinikgeschäftsführer
nur noch Großkliniken können überleben
Das ist doch schon lange absehbar, dass nur noch Großkliniken überleben können. Aber es gbt immerhin die Möglichkeiten der Tageskliniken. Dort mieten sich Allgemein- und Fachärzte in einem Hause ein. Die Zeit der württembergischen Schwarzwaldklinik ist vorbei.
MRZ
30
12:29 Uhr, geschrieben von Kopfschüttler
Abschreibungen in Schramberg = Positives Ergebnis in Rottweil
Man kann sich wirklich fragen, was da seit einiger Zeit läuft. Kurz vor Ladenschluss werden noch eine Menge neuer Geräte für das Krankenhaus Schramberg angeschafft, Räume saniert und mit neuen Möbeln ausgestattet, ..... Soll hier die Abschreibung im sowieso "defizitären" Schramberg noch schnell über die Bühne gebracht werden, damit man in Rottweil demnächst noch verheerendere Zahlen umgehen kann??? Mich würde interessieren, was eine Wirtschaft-Staatsanwaltschaft davon halten würde.
MRZ
30
07:26 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Kipp
Das war doch klar. Und der Kipp ist ja auch kein Geschäftsführer, er hat es vorher nicht auf die Reihe gebracht, und bringts auch jetzt nicht. Wie ein Fähnchen im Wind, und bläßt es stark, dann kippt er um.
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