Schramberg. Im Rahmen des Kolpinggedenktages konnte die Kolpingsfamilie Schramberg zahlreiche Jubilare für ihre langjährige Treue ehren und blickte dabei auf die Jahre des Eintritts zurück.

Zu Beginn des Kolpinggedenktages waren alle Mitglieder eingeladen, sich für das Gruppenbild anlässlich des im kommenden Jahr stattfindenden Jubiläums zum 125-jährigen Bestehen ablichten zu lassen. Anschließend begrüßte Wolfgang Schinle die Anwesenden, insbesondere die Jubilare, und versprach einen informativen und unterhaltsamen Nachmittag.

Im Mittelpunkt standen die Jubilarsehrungen, die Dietmar Gebert zum Anlass nahm, um auf die Jahre zurückzublicken, in denen die einzelnen Mitglieder der Kolpingsfamilie beigetreten waren. Dabei wurden jeweils das Weltgeschenen sowie die Ereignisse in Schramberg und innerhalb der Kolpingsfamilie Schramberg betrachtet.

Das Jahr 1947 war als Nachkriegsjahr geprägt von der Sorge um Nahrung und vor allem der Wohnungsnot. Weltpolitisch prägte der Marshall-Plan die Ereignisse in Deutschland. Die Kolpingsfamilie Schramberg formierte sich neu. In diesem Jahr traten Rudolf Roser und Erich Bischoff in den Verband ein und wurden daher für 65-jährige Treue geehrt.

Das Jahr 1952 wurde beherrscht durch den Koreakrieg; in Deutschland wurde die Westintegration von Konrad Adenauer konsequent durchgesetzt. In Schramberg war vor allem die Arbeitsmarktlage kritisch auf Grund der vielen Flüchtlinge. Die Bautätigkeit lief auf Hochtouren und die Einwohnerzahl überschritt die 17 000er-Grenze. Höhepunkt des kirchlichen Lebens war die Primiz des Neupriesters Karl Haas. Auch innerhalb der Kolpingsfamilie gab es einen Stabwechsel: Der jahrelange Altsenior Paul Schinle wurde verabschiedet. Sein Amt übernahm der Zimmermeister Franz Flaig. Für ihre 60-jährige Treue konnten Siegfried Moosmann und Erich Kuhner geehrt werden.

Weitere zehn Jahre später, im Jahr 1962, brachte die Kubakrise die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Das zweite vatikanische Konzil wurde in Rom eröffnet und an der Nordsee brach die schwerste Sturmflut seit über 100 Jahren übers Land. In Schramberg wurde der Bürgermeister Konstantin Hank für weitere zwölf Jahre wiedergewählt und der Bau des Krankenhauses feierte am 8. November 1962 Richtfest. Im kirchlichen Leben gab es auch zahlreiche baulichen Projekte. So wurde zum Beispiel der große Saal des Marienheimes nach seinem Umbau eingeweiht werden und erhielt den Namen "Studio im Marienheim". Das Leben der Kolpingsfamilie im Jahr 1962 bestand aus zahlreichen Veranstaltungen wie Gesellenball, Familienabend, Fronleichnamsblumenteppich, also Veranstaltungen, die auch heute noch das Vereinsgeschehen prägen.

Vor 50 Jahren traten der Kolpingsfamilie bei: Lothar Seybold, Walter Glenz und Hermann Hasenmaile. Die Jubilarsehrungen wurden musikalisch erneut von Anselm Pfaff umrahmt, der mit sehr anspruchsvollen Klavierstücken überzeugte und nicht ohne Zugabe abgehen durfte. Gemeinsam konnten alle Anwesenden einige Adventslieder singen, die von Gebhard Pfaff am Klavier begleitet wurden. Abgerundet wurde der Nachmittag durch eine besinnlich-heitere Geschichte, vorgetragen von Matthias Krause. Der Kolpinggedenktag endete mit dem gemeinsamen Gottesdienst in der St. Maria-Kirche. Wolfgang Schinle und Präses Meinrad Hermann bedankten sich zum Abschluss bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement und den Einsatz für die Sache Adolph Kolpings.