Schramberg - Geht es während der Fasnetszeit wirklich nicht, eine Nacht ohne Körperverletzungen durchzufeiern? Bei der Polizei in Schramberg zweifelt man daran und die Nacht zum Freitag bestätigte wieder einmal alle Vorurteile: Innerhalb von nur 30 Minuten wurden den Beamten drei Körperverletzungsdelikte angezeigt. Die Fäuste "sprachen" kurz nacheinander in Seedorf, Sulgen und Schramberg.

In der Festhalle in Seedorf soll ein 18-Jähriger die Freundin eines 23-Jährigen angemacht haben, was gegen 0.40 Uhr zum Streit und letztlich zu mindestens einem Faustschlag ins Gesicht des 18-Jährigen führte.

Die eingesetzten Security-Kräfte griffen sofort ein. Beide Kontrahenten hatten mehr als zwei Promille Atemalkohol. Ein konkreter Vorwurf seitens der Polizei an die Vereinsverantwortlichen ergeht nicht, denn die Ordnungshüter wissen sehr wohl, dass der Alkoholausschank vielfach auch eine Gratwanderung ist.

Weniger, aber auch deutlich alkoholisiert waren zwei junge Männer, die sich in einem Sulgener Lokal gegen 1 Uhr in die Haare gerieten. Nachdem es zunächst zwischen einem 21-Jährigen und einem 19-Jährigen zu einer verbalen Auseinandersetzung und einem Gerangel gekommen war, wurde der Streit vor dem Lokal weiter ausgetragen. Angeblich eilte dort eine junge Frau ihrem 21-jährigen Freund zu Hilfe und verpasste dem 19-Jährigen eine Ohrfeige. Der zahlte mit gleicher Münze zurück und traf die 18-Jährige ebenfalls im Gesicht. Die Folge war, dass die beiden jungen Männer gegenseitig mit den Fäusten aufeinander eindrangen, bis sie von der Polizei getrennt wurden.

Um 1.15 Uhr bezog ein 21-Jähriger in Schramberg Prügel. Angeblich hatte er ein Lokal verlassen, um einen Streit zu schlichten. Als er anschließend noch mit Bekannten vor dem Lokal redete, habe er plötzlich von einem unbekannten Täter mehrere Faustschläge ins Gesicht bekommen und sei zu Boden gegangen, erklärte er. Als die Polizei gerufen wurde, sei der Täter mit zwei Begleitern geflüchtet.

Obwohl zahlreiche Personen vor Ort waren, hat niemand etwas Konkretes gesehen und niemand kennt die Täter. Dennoch stellt die Polizei die Frage: Gibt es Zeugen, die den Mut haben, Angaben zum Täter, seinen Begleitern und zu den genauen Tatumständen zu machen? Diese dürfen sich unter der Telefonnummer 07422/27010 melden.