Schramberg (er). Als Eckstein ihres historisch-politischen Selbstverständnisses pflegt die Stadt Schramberg seit 15 Jahren den vom ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus’.

Die Gedenkfeiern der Stadt werden inzwischen durch Vortragsveranstaltungen zu neuen Forschungen des Stadtarchivs ergänzt. Oberbürgermeister Thomas Herzog betonte gestern Abend vor der Kranzniederlegung am Denkmal vor der Realschule, dass auch ihm persönlich sehr viel daran liege, die Bedeutung dieses Tages bei den künftigen Generationen in Erinnerung zu halten und junge Menschen die Grausamkeiten der NS-Herrschaft nicht vergessen zu lassen.

Konkreten Anlass für das Gedenken an die NS-Opfer gibt es auch aus Schramberger Sicht. Nach dem missglückten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurden bei der Aktion "Gewitter" auf Befehl der Gestapo Stuttgart zehn Bürger verhaftet, die schon seit längerem als politische Gegner des Regimes auf einer schwarzen Liste standen. Beim Vortrag mit Stadtarchivar Carsten Kohlmann in der Mediathek stand Mechthild Grüner, die Tochter eines damals Verhafteten, als Zeitzeugin zur Verfügung.