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Schramberg Fichten fallen aus Sicherheitsgründen

Stephan Wegner, vom 10.01.2012 00:00 Uhr
Hoch hinaus: Die Fichten über der zerstörten Taubenzuchtanlage müssen entastet und dann Stück um Stück abgetragen werden.  Foto: Wegner
Hoch hinaus: Die Fichten über der zerstörten Taubenzuchtanlage müssen entastet und dann Stück um Stück abgetragen werden. Foto: Wegner
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Schramberg - Fünf Tage hat eine von Heinrich Zinells Zuchttauben ohne Futter und Wasser überlebt: Sie war beim Erdrutsch am Seilerwegle am Donnerstagabend zusammen mit weiteren Tieren, die den Tod fanden, verschüttet worden.

"Es war nicht der Weg, der abgerutscht ist, sondern das nachfolgende Gelände", sagt Michael Kammergruber vom Fachbereich Umwelt und Technik der Stadt Schramberg. Die Rutschungen, die es auch an anderer Stelle am Seilerwegle oder am Schlossberg schon gegeben habe, seien der besonderen Geologie Schrambergs geschuldet: Oberhalb des Rotliegenden bilde sich im Gelände eine wasserführende Schicht. Wenn dieses Wasser nicht versickern könne, bleibe es auf dem Rotliegenden stehen – und wenn dann eine der Wasserabführungen auf dem Gelände versandet sei, könne es eben zu Rutschungen kommen, so Kammergruber.

Auch, um ein unterhalb der zerstörten Taubenzuchtanlage von Heinrich Zinell stehendes Haus zu schützen, ist seit heute der Forstfachbetrieb Bauer aus Königsfeld damit beauftragt, zwei der Fichten, die die Schlammmassen bisher noch aufgehalten haben, abzutragen. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie selbst abrutschen oder umstürzen könnten.

Damit die Kletterer des Fachbetriebs heute überhaupt tätig werden konnten, hatte am Samstag bereits das Technische Hilfswerk die Bäume mit Stahlseilen gesichert. Sie wurden gestern zunächst entastet und dann Stück für Stück abgetragen.

"Wir wollen zunächst nur einige Fichten entfernen und schauen, dass die Wasserableitung funktioniert", sagt Kammergruber zur Vorgehensweise. Weitere Arbeiten auf dem nassen Gelände seien derzeit nicht sinnvoll.

Zur Schadenshöhe und der Frage, wer für die zerstörte Zuchtanlage und die getöteten Tiere aufkommen muss, könne noch nichts gesagt werden, meinte Kammergruber gegenüber dem Schwarzwälder Boten. Dem Eigentümer jedoch, so machte dieser deutlich, sei bedeutet worden, dass die Stadt als Eigentümerin des Geländes nicht zu bezahlen brauche, da es keinen Pachtvertrag gebe. Dies sieht Zinell aber anders: Es sei vor Jahrzehnten ein Pachtvertrag "mit einer Mark jährlich" geschlossen worden. Sein Bruder und früherer OB habe jedoch gesagt, dass diese Mark die Stadt mehr Aufwand koste, als Ertrag bringe, so dass dieser die Zahlungspflicht stornierte. Dennoch sehe er den früheren Pachtvertrag weiterhin als gültig an, meinte der Züchter.

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