Schramberg - Das Sorgenkind der diesjährigen Schramberger Fasnet war die "Da-Bach-na-Fahrt". Die Verlegung des feucht-fröhlichen Spektakels auf die Straße war kein adäquater Ersatz und hinterließ auch Spuren im Säckel.

Grund zum Jammern hatte Zunftmeister Michael Melvin bei der Hauptversammlung am Sonntagabend im Gasthaus Braustube in seinem ersten Amtsjahr trotzdem nicht. In den einzelnen Ausschüssen sei gut gearbeitet und die Grundlagen für eine gut funktionierende Fasnet mit einem neuen Oberbürgermeister gelegt worden. Die aufgrund der zugefrorenen Schiltach am Schmotzigen für den Fasnetmontag abgesagte Da-Bach-na-Fahrt habe bei den Zuberkapitänen und vielen Besuchern einen Wermutstropfen hinterlassen. Auch seien dadurch wesentlich weniger Abzeichen verkauft worden. Seine ganze Hoffnung ruhe nun auf 2013.

Lob hatte der Zunftmeister für alle parat, die sich in irgendeiner Form für die Fasnet eingesetzt hatten. Besonders hob Melvin die Unterstützung der Spielvereinigung 08 beim Zunftball hervor. Mit der Übernahme der Bewirtung hätten die Fußballer der Narrenzunft wirklich aus der Patsche geholfen. Viele Aktivitäten innerhalb und außerhalb hielten die Fasnet lebendig, so Melvin, der einen Besuch der neuen Ausstellung im Narrenschopf Bad Dürrheim dringend empfahl.

Kritzelmeister Stefan Link wandelt trotz kleinerer Schuhgröße bestens in den Spuren seines Vorgängers Michael Melvin. Und das nicht nur mit einem unterhaltsamen und launigen Jahresrückblick, sondern auch in der Anzahl der geschriebenen Zeilen.

Säckelmeister Arno Jauch bezeichnete das abgelaufene Geschäftsjahr als "nicht zufriedenstellend". Unterm Strich fehlten rund 1400 Euro für einen ausgeglichenen Haushalt, nachdem es im Jubeljahr davor noch ein dickes Plus gegeben hatte. Die Vereinsrücklagen brauchten jedoch nicht angeknabbert werden, beruhigte Jauch.

Wie der Zunftmeister verriet, sei im Ausschuss beschlossen worden, das Auswurfmaterial etwas zu reduzieren, um Kosten einzusparen. Die Preise für die Abzeichen, die seit zehn Jahren gleich sind, sollen nicht erhöht werden, um die Straßenfasnet jedem zu ermöglichen, so Melvin. Karl Kühnle, der jahrelang den Abzeichenverkauf organisierte, betonte, eine gute Möglichkeit die Einnahmen zu steigern, sei der Verkauf von Abzeichen. Allerdings müssten die Verkäufe in den Straßen früher beginnen und länger dauern. Das sei vor ein paar Jahren so gewesen. Nicht umsonst heiße eine Redensart: "Wer im Winter eine warme Stube haben will, muss im Sommer das Holz herrichten." Jetzt sei der Elferrat gefordert, so Kühnle.

Melvin konterte, er sehe diese Äußerung nicht als Kritik, sondern als Motivation für sein Team. Vorausblickend erwähnte der Zunftmeister, dass künftig auch Geld in den Narrensamen investiert werden soll. Auf diese Weise werde es die Schramberger Fasnet noch lange geben und die Stadt in die Weltredaktionen gebracht, so der Narrenchef.