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SchrambergBetreuung in den eigenen vier Wänden

Von Schwarzwälder-Bote, aktualisiert am 29.04.2011 um 19:01
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Senioren-Assistentinnen unterstützen pflegebedürftige Menschen zu Hause. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Schramberg. Wer für sich oder seine Angehörigen flexible Betreuung sucht, kann sich an Senioren-Assistenten wenden: Sie verfügen über eine professionelle Ausbildung und unterstützen Senioren in ihren eigenen vier Wänden.Am 1. Mai werden erstmalig auch in Baden-Württemberg 19 Senioren-Assistentinnen ihren Abschluss in der professionellen Senioren-Assistenz machen. Eine Absolventin ist Waltraud Schönherr-Thürfelder aus Schramberg.

Deutschland wird älter: Bis 2030 werden rund acht Millionen Menschen mehr zur Altersgruppe 60 plus gehören. Bis 2050 soll die Zahl der über 80-Jährigen auf fast das Dreifache anwachsen.

Viele Senioren, die auf Hilfe angewiesen sind, wollen jedoch weiter zu Hause leben, was oft Probleme aufwirft. Denn nicht immer ist geklärt, wer für die notwendige Unterstützung im Alltag sorgt und wie die Lebensqualität des älteren Menschen aufrechterhalten werden kann.

Weder Pflegedienst- noch hauswirtschaftliche Ergänzungsleistungen können die Nachfrage nach Alltagsbegleitung abdecken. Und die ehrenamtliche Seniorenbegleitung kann lediglich minimale Unterstützung leisten und sich auf Besuchsdienste beschränken.

Einen Lösungsansatz bieten flexible Betreuungsmodelle: Ute Büchmann bildete seit 2007 bereits 240 Senioren-Assistenten nach dem "Plöner Modell" an den Standorten Kiel, Hamburg und seit kurzem in Müllheim, Baden- Württemberg aus.

Die Kursteilnehmer aus mittlerweile 14 Bundesländern und der Schweiz beschäftigen sich mit Inhalten wie Kommunikation, Umgang mit Konflikten, Trauer, Rechtsfragen, altersassoziierten Krankheiten, aber auch Marketing und Netzwerkbildung. Das Qualifizierungsangebot richtet sich insbesondere an lebenserfahrene Frauen mit Vorerfahrungen aus der Familienarbeit, dem Ehrenamt oder Beruf.

"Gerade Frauen mit Kindern und längerer Familienphase verfügen in der Regel über Betreuungskompetenz, sind kommunikationsfähig und können organisieren", so Büchmann. Die Ausbilderin ist sich sicher, dass von dieser neuen Dienstleistung alle profitieren: Die Lebensqualität der Senioren nimmt deutlich zu und deren Angehörige werden entlastet.

Die Betreuung richtet sich nach den Bedürfnissen des Einzelnen. So benötigen viele Kunden keine Vollversorgung im Heim, sondern brauchen pro Woche nur fünf bis zehn Stunden Unterstützung.

Laut Büchmann können sich zurzeit nur gut situierte Menschen eine solche Dienstleistung leisten. Das bundesweite Netzwerk der Senioren-Assistenten möchte dies jedoch ändern.

Denn Senioren-Assistenz ist klassische Präventionsarbeit. Und man sollte nicht vergessen, dass auch die Pflegekasse profitiert, wenn Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.